Nach oben
Magazin via Whatsapp
Der Naturgarten

Mensch und Tier im Einklang – das bietet ein echter Naturgarten!
Besonders bei hohem Häuser- und Siedlungsaufkommen gilt es der Natur mehr Platz zu schaffen und gleichzeitig dem Menschen mehr Erholung.
Bei der Gestaltung eines natürlichen Gartens steht das Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier im Fokus.
Ziel ist es, die natürliche Dynamik der Umwelt zu bewahren und einen Lebensraum für Mensch, Tier und Wildblume zu schaffen. Statt einen Gartenzustand mit allen Mitteln zu erhalten, darf und soll das Grün selbstständig und nahezu ohne Fremdeingriff wachsen und gedeihen. Dies fördert wiederum die Artenvielfalt von einheimischen Blumen und Tieren.


Aber was macht so einen Naturgarten noch alles aus und was sollte man beachten? Erfahren Sie hier mehr darüber, wie sich Ihre grüne Oase naturnah gestalten lässt.

Warum ein Naturgarten?

Ein Naturgarten soll arten- und strukturreich sein, er soll Lebensraum für eine große Palette an Flora und Fauna bieten. Die Verwendung von einheimischen Pflanzen hat dabei eine entscheidende Auswirkung auf die biologische Vielfalt.
Doch nicht nur auf Wildbienen, Vögel und Co. üben bunte Farben und facettenreiche Formen Anziehungskraft aus. Denn diese lassen auch jedes Gärtnerherz höher schlagen.
Während sich der Tierwelt ein Schlaraffenland an Nahrung, Verstecke und Nistplätze bietet, erfreut sich der Naturfreund am Beobachten des fleißigen Treibens und wird dabei nicht selten Zeuge spannender Schauplätze.

Und auch dem Gartenbesitzer selbst bereiten schmackhafte Früchte, Beeren und Wildkräuter so manchen leckeren Gaumenschmaus. Das heißt Tiere sowie Menschen profitieren von einem biologisch angelegten Garten. Eine wahrhafte win-win-Situation.
Neugierig, was Ihr Naturgarten so alles an Schmackhaften zu bieten hat? Dann empfehlen wir Ihnen unseren Magazinartikel Unkrautrezepte.

Ein Wort zur Vorsicht:
Nicht alle Pflanzen haben einen hohen ökologischen Wert. Exotische oder hochgezüchtete Pflanzen sehen zwar schön aus, bieten aber oft wenig Nektar bzw. Nahrung. Dadurch wird das Angebot an Lebensraum für Tiere reduziert. Viele Insekten haben ganz bestimmte Bedürfnisse, die nur einheimische Pflanzen erfüllen. Aufgrund dessen ist es so wichtig darauf zu achten, was gepflanzt wird. Will man der Natur etwas Gutes tun, ist man mit einheimischen Blumen und Sträuchern besser beraten. Deshalb leidet aber in keinster Weise die Attraktivität der Gartenanlage. Auch einheimische Pflanzen können durch attraktive Gestaltung zum reizvollen und dekorativen Blickfang werden.

Wie wird ein Naturgarten angelegt?

Anders als bei einem künstlich angelegten Garten, wird beim Naturgarten die Pflanze der Umgebung und dem Bodenreich angepasst. Klima und Bodenbeschaffung müssen die Bedürfnisse und Ansprüche der Pflanze erfüllen und ihr gerecht werden. Nur so können regulierende Eingriffe wie Gießen und Düngen vermieden bzw. vermindert werden. Deshalb eignen sich für diesen Garten in erster Linie einheimische Wildpflanzen.


Zum besseren Verständnis: Die Bezeichnung, einheimische Wildpflanze, erhalten Gewächse, die ihr natürliches Verbreitungsgebiet im Inland haben und sich dort natürlich ausdehnen und dies schon seit Jahrhunderten.

Da die heimischen Pflanzen dem Klima angepasst sind und so auch härtere Winter ohne Schaden überstehen, ist es in der Regel nicht notwendig die Pflanze vor Schnee und Kälte zu schützen.

Pflanzenkrankheiten lassen sich auch bei hiesigen Arten nicht unbedingt vermeiden, haben aber teilweise einen ökologischen Nutzen (beispielsweise ernähren sich bestimmte Käferarten ausschließlich von Mehltau). Da sich die erkrankte Pflanze in vielen Fällen von selbst wieder regeneriert, ist der Einsatz von Pestiziden kaum notwendig.

Ein Naturgarten soll und darf sich natürlich verändern! Deshalb werden drastische Eingriffe wie Hecken schneiden, Blumen stutzen oder Umgraben des Bodens vermieden.

Sträucher und Blumen

Um den natürlichen Charakter zu erzeugen ist Vielfalt die Lösung. Oft geschieht das sogar ohne Fremdeinwirkung. Akelei, Hornveilchen, Vergissmeinnicht und Co. übernehmen die Aussaat ganz selbstständig und überraschen jedes Jahr mit einem neuen Standort.
Es spricht allerdings nichts dagegen, durch fertige Samenmischungen etwas nachzuhelfen. Diese gibt es in unterschiedlichen Variationen zu kaufen.
Im Bereich Sträucher und Stauden eignet sich beispielsweise der Schwarze Holunder sehr gut. Die großen Blütendolden locken Bienen und Insekten an, aber auch für Freunde der Gartenküche lässt sich daraus etwas Leckeres zubereiten. Genauso wie aus den herangereiften schwarzen Beeren, die ab Hochsommer geerntet werden können.
Diese und andere Sträucher wie die Felsenbirne, die Vogelbeere oder der Hartriegel sind wertvolle Nahrungslieferanten und bieten Schutzmöglichkeiten für die Gartenbewohner, deshalb dürfen Sträucher und Stauden in keinem Naturgarten fehlen.

Eine Auswahl weiterer Wildpflanzen finden Sie in der folgenden Übersicht:

Wildblumen:

  • Wiesen-Margerite
  • Kapuzinerkresse
  • Wegwarte
  • Klatschmohn
  • Taubenkropfleimkraut


Hecken und Sträucher:

  • Rotblättrige Wildrose
  • Schlehenhecke
  • Sanddorn
  • Haselnussstrauch
  • Kornelkirsche

Gartenteich

Wasserbewohner und -liebhaber wie Libellen, Frösche und Molche finden im Naturteich ideale Lebensumstände und beziehen ihn gern als Zuhause. Auch für uns Menschen ist ein Naturteich hübsch anzusehen und wirkt erholsam auf unser Gemüt. So erweist sich ein biologischer Gartenteich als wertvolle Bereicherung im Naturgarten.

Wichtig dabei ist selbstverständlich der Verzicht auf chemische oder technische Hilfsmittel. So spart ein Naturteich Geld und bei richtiger Planung auch noch Zeit. Ist der Teich einmal angelegt, kann man ihn nämlich größtenteils sich selbst überlassen, dadurch bleibt der Pflegeaufwand recht gering.

Natürliche Materialien

Natürliche Materialien, wie unbehandeltes Holz und Steine runden das naturnahe Flair des Gartens ab und können dem Areal eine Struktur geben. Materialien wie Kunststoff oder Beton werden dagegen vermieden. Sehr beliebt ist das Anlegen einer Trockenmauer. Dabei werden die Steine ohne Mörtel aufeinander geschichtet. Die dadurch entstehenden Hohlräume bieten verschiedenen Lebewesen Schutz und Unterschlupf.
Begrünen lassen sich die Mauern mit Polsterstauden wie Frühlingsfingerkraut und Mauerpfeffer oder Kräuter wie Thymian.
Eine Trockenmauer eignet sich gut um den Garten zu umranden, Teile des Gartens abzugrenzen oder als Windschutz für ein gemütliches Sitzplätzchen.

Mit unbehandeltem Holz lässt sich ein wahres Paradies für die Gartenbewohner zaubern. Von Totholzhaufen, Nisthilfen bis Insektenhotels – der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Und wieder werden den Lebewesen dadurch ein wertvoller Rückzugsort und gegebenenfalls ein Winterquartier geboten.

Das natürliche Leben im Garten soll geschützt und begünstigt werden. Dies hat einen doppelten Vorteil:
Es fördert die Arten – und Tiervielfalt und zum Anderen ist damit für den Menschen wenig Arbeitsaufwand verbunden. Also lieber blühende Wiesen statt eintöniger Rasen, Biotop statt Springbrunnen, Kreativität statt stupider Struktur.


Machen Sie es sich bequem, während Sie dem Treiben freien Lauf lassen!


Haben auch Sie einen Naturgarten oder sind Sie eher ein Fan einer durchgeplanten Gartengestaltung? Diskutieren Sie mit und hinterlassen Sie uns einen Kommentar!


Weitere "grüne" Themen

Kommentare