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So klappt‘s mit dem eigenen Heilkräutergarten

Möchten Sie mehr Duft und Farbe in Ihren Garten und Vielfalt in Ihre Küche bringen? Dann ist ein eigener Heilkräutergarten für Sie genau das Richtige! Kräuterpflanzen können Sie ausgesät oder als Jungpflanzen im Fachhandel kaufen. Sie sind sehr widerstandsfähig und werden aufgrund ihres natürlichen Schutzes kaum von Schädlingen oder Krankheiten befallen.

Ob als kleine Hausapotheke oder als würzige Zugabe zu Speisen: Ein Heilkräuterbeet ist eine echte Bereicherung! Gut und gerne füllen Kräuter die Zwischenräume in Ihren Beeten und gedeihen hervorragend zusammen mit anderen Nutz- und Zierpflanzen. Zudem sind sie Lebensraum für viele Tiere, wie Schmetterlinge, Bienen und Vögel.

Hier zeigen wir Ihnen das wichtigste, was Sie zum Anbau und zur Pflege Ihres Heilkräutergartens wissen sollten.

Welche Arten von Heilkräutergärten gibt es?

1. Der historische Kräutergarten

Der historische Kräutergarten nach mittelalterlichem Vorbild eignet sich besonders für rechteckige Grundstücke. Die Grundform besteht aus einer Wegkreuzung, in deren Mitte ein Brunnen angelegt oder ein Baum gepflanzt werden kann. Diese typische Kreuzform sollte auch stets bei der Instandhaltung beibehalten werden. Alle Kräuter können in diesem Garten angepflanzt werden, die Wege werden klassisch mit kleinwüchsigem Buchs eingesäumt.

2. Der gepflasterte Kräutergarten

Wenn Sie stolzer Besitzer eines Gartens mit großzügiger Fläche sind, kommt für sie ein gepflasterter Heilkräutergarten in Frage. Die vorhandene Gesamtfläche sollte dabei mindestens 3 mal 2 Meter betragen. Diese Gartenform geht auf die frühislamische Kultur zurück und ist durch eine klare Struktur gekennzeichnet. Die sonnenverliebten Kräuter profitieren hier von den glatten Bodenplatten, die als nachhaltiger Wärmespeicher dienen, was besonders Ihren winterharten, mehrjährigen Kräutern zu Gute kommt. Eine gepflasterte Anlage ist zudem leicht zu pflegen und strahlt durch ihre natürliche Ordnung eine angenehme Ruhe aus. Eine zentral angelegt Rundfläche dient dabei der Auflockerung der sonst eher strengen Linienführung. Als Pflastermaterial eignen sich rote Ziegelsteine sowie Steinplatten jeglicher Art. Das Anlegen gepflasterter Wege ist jedoch zeitaufwendiger und kostspieliger als ein Weg aus alternativen Materialien, wie Kies, Split oder Rindenmulch.

3. Der formale Kräutergarten

Dieser Heilkräutergarten lebt von seiner Übersichtlichkeit. Eine klassisch symmetrische Ausrichtung der Beete und eine reduzierte Auswahl an Kräutersorten, lassen eine harmonisch friedliche Atmosphäre zu. Hierbei haben Sie die Wahl, ob natürliche Formen und Pflanzen überwiegen sollen oder ob Sie den Fokus auf feste Elemente (wie z. B. Wege, Mauern, Stufen) richten möchten. Formal gestaltete Pflanzen, wie zum Beispiel in Form geschnittene Buchsbäumchen sind charakteristisch für diese Art von Garten.

4. Die Kräuterspirale / Kräuterschnecke

Möchten Sie aus ihrem kleinen Garten so viel wie möglich rausholen? Dann entscheiden Sie sich doch für eine Kräuterspirale! Durch ihre schneckenförmige Struktur deckt die Kräuterschnecke verschiedene Klimazonen ab. Ihre Steinwände speichern die Wärme der Sonne und geben diese an die Pflanzen weiter. Gefüllt wird die Steinspirale ganz einfach mit Gartenerde. Ein kleiner Teich am unteren Ende speichert und reflektiert Wärme zusätzlich. Die milden Monate im Frühjahr oder Herbst eignen sich dabei am besten, um eine Kräuterspirale anzulegen.

Eine Kräuterspirale umfasst folgende Bereiche (von unten nach oben):
• Die Wasserzone mit dem Teich ist halbschattig und feucht. Hier wachsen Brunnenkresse, Waldmeister und Wasserminze.
• In der darüber liegenden Feuchtzone, die etwas mehr Sonne erreicht, gedeihen Petersilie, Spitzwegerich und Gundermann. Dieser Bereich wird mit Komposterde angereichert.
• Die Normalzone befindet sich im Halbschatten und ist eher trocken. Hier können Sie Heilkräuter, wie Zitronenmelisse, Anis und Liebstöckel anpflanzen.
• Die im obersten Bereich angelegte Mittelmeerzone wird direkt von der Sonne bestrahlt. Indem Sie dem Boden Kalk oder auch Bauschutt beimischen, können kalkliebende Mittelmeerkräuter wie zum Beispiel Bergbohnenkraut , Thymian und Salbei wunderbar gedeihen.

Der Bau einer Kräuterspirale - kurz und knapp:

• Kreis festlegen und ca. 20 cm tief ausheben.
• Die Fläche mit Kies auffüllen
• Spiralförmige Mauer (Höhe in der Mitte ca. 80 bis 90 cm) anlegen. Dafür können einzelne Steine, Pflanzringe oder Gabionen (verzinkte Drahtkörbe) verwendet werden.
• Die halbe Mauerhöhe mit Kies oder Split auffüllen, den oberen Bereich mit den jeweiligen Erdsorten anreichern. Fertig!

5. Der mobile Kräutergarten

Wer keinen Garten hat, muss nicht auf Gewürz- und Heilkräuter verzichten, denn diese gedeihen auch wunderbar in Kästen, Töpfen oder Pflanzampeln. Bestenfalls stellen oder hängen Sie diese an einem sonnigen Ort im Schutze einer Hauswand auf. Sie sollten allerdings bedenken, dass die Kräuter sich in Gefäßen nur begrenzt mit Wasser und Nährstoffen versorgen können. Für die Kräuterzucht auf dem Balkon benötigen Sie folglich mehr Gießwasser als im Garten. Daher ist es wichtig auf eine durchlässige Erde zu achten sowie eine Drainage (z.B. aus Tonscherben oder Sand) anzulegen. Alle vier Wochen empfiehlt es sich, die Kräuter mit organischem Dünger oder Kompost zu versorgen, hin und wieder sollten sie – falls es sich um mehrjährige Pflanzen handelt - umgetopft werden.

Heilkräuter im Topf - so kann nichts schief gehen:

• Hochwachsende Kräuter wie Fenchel, Rosmarin, Ringelblume oder niedrige Arten der Schafgarbe können in hinterster Reihe des Pflanzbehälters angepflanzt werden.
• Mittelhohe Kräuter, wie zum Beispiel Kamille, Johanniskraut, Ysop und Knoblauch gedeihen in der Mitte des Kastens am besten.
• Im vorderen Bereich lassen sich niedrige oder hängende Kräuter, wie Kapuzinerkresse, Thymian und verschiedene Minzsorten anordnen
• Einjährige und mehrjährige Kräuter sollten Sie in unterschiedlichen Töpfen und Kübeln anpflanzen, da erstere jedes Jahr frische Erde bevorzugen, während mehrjährige Kräuter lieber in derselben Erde bleiben.
• Nicht alle Kräuter mögen den begrenzten Raum im Topf; Geeignet sind z. B. Thymian, Salbei, Majoran, Rosmarin; weniger geeignet sind große Kräuter mit langen Wurzeln, wie z. B. Dill, Liebstöckel, Meerrettich oder Brennessel.
• Möchten Sie sich einen natürlichen Sichtschutz zulegen, bietet sich Efeu an.

Oder möchten Sie auf Ihrem Balkon lieber ein Kräuterhochbeet anlegen? Dann schauen Sie doch mal in unserem Shop vorbei, wir haben eine große Auswahl verschiedener Hochbeete für jeden Zweck und für jeden Geschmack..

Woran Sie unbedingt denken sollten:

Wählen Sie für Ihre Kräuter einen warmen, sonnigen Ort mit Windschutz: Kräuter lieben Wärme und benötigen daher ca. 5 Sonnenstunden am Tag. Die wenigsten Kräuter vertragen allerdings die pralle Mittagssonne. Eine Ausnahme bilden hier die mediterranen Kräuter. Für Ihren Anbau eignet sich daher eine südliche Lage am besten. Sie können Ihre Kräuter auch vor hellen Mauern, dichten Hecken oder großen Pflanzen, wie Sonnenblumen anbauen. Diese speichern und reflektieren Wärme und schützen zusätzlich vor Wind und Regen.

Sorgen Sie für den optimalen Boden: Im Prinzip sind Heilkräuter pflegeleicht und mögen humushaltigen wasserdurchlässigen Boden. Ist Ihr Boden eher sandhaltig und schwer, können Sie ihn durch biologische Düngung oder Kompost anreichern. Weniger ist hier mehr: Verzichten Sie vor allem auf stickstoffhaltigen Dünger, der die Pflanzen zwar schneller wachsen, ihr Aroma jedoch auch sehr stark verlieren lässt.

Gießen Sie angemessen: Sandige Böden verlieren schneller Feuchtigkeit und müssen daher häufiger gegossen werden. Um Wasser zu speichern, können Sie den Boden mit Mulch anreichern. Um eine bessere Wasserdurchlässigkeit zu gewährleisten, empfiehlt es sich, den Boden mit einer Hacke aufzulockern. Kräuter sind kälteempfindlich und sollten nicht mit eiskaltem Wasser gegossen werden. Wässern Sie Ihre Kräuter am Abend oder am späten Vormittag. Abends sollten Sie die Blätter allerdings vor Nässe schützen, da sich andernfalls über Nacht Pilze bilden können.

Achten Sie darauf, die Kräuter gemäß Ihren Ansprüchen zusammenzulegen; nicht alle Sorten vertragen sich untereinander.

Berücksichtigen Sie, dass mehrjährige Kräuterpflanzen nicht immer ohne weiteres draußen überwintern können: Als Wärmeschutz dient Mulch, feines Laubstreu oder Stroh; einige Pflanzen sollten jedoch ins Haus genommen werden.

Unterschätzen Sie nicht die gute Erreichbarkeit: Legen Sie nicht zu große Beete mit Nähe zur Küche an. Eine Beschriftung der einzelnen Pflänzchen sorgt dafür, dass Sie schnell die gewünschten Kräuter zur Hand haben.




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