Ratgeber
Rund um den Garten
So wird das neue Gartenjahr ein Erfolg

​Kompost umsetzen

Kerstin Siebentritt
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23.02.2019
|
6 Min Lesezeit
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Kerstin Siebentritt
23.02.2019
|
6 Min Lesezeit

Anfang März ist die beste Zeit, Ihren Kompost umzusetzen. Das braune Wunder ist nicht zu unterschätzen – innerhalb eines Jahres entsteht durch den Kompost wertvoller Humus, den Sie als Dünger verwenden können. Was Sie dabei beachten müssen erfahren Sie hier.

​Kompost umsetzen

Anfang März ist die beste Zeit, Ihren Kompost umzusetzen. Das braune Wunder ist nicht zu unterschätzen – innerhalb eines Jahres entsteht durch den Kompost wertvoller Humus, den Sie als Gartenerde oder Dünger verwenden können. Er entlüftet den Boden und verbessert seine Fähigkeit,Wasser zu speichern. Dem Boden werden wertvolle Nährstoffe zugeführt, wodurch Ihre Pflanzen besser wachsen können. Wenn Sie also mit idealen Voraussetzungen in die nächste Gartensaison starten wollen, sollten Sie Ihren Kompost umsetzen. Damit sorgen Sie für eine schnellere Verrottung und kommen zu höherwertigem Humus.

Warum lohnt es sich zu kompostieren?

Inzwischen findet man in nahezu jedem Garten einen Komposthaufen. Das liegt daran, dass Kompost einen positiven Beitrag zur Lösung des Entsorgungsproblems bietet. Kompostieren Sie Ihre Haushalts- und Gartenabfälle anstatt sie in einer Biotonne zu entsorgen.
Wie bereits erwähnt, schafft Kompost einen Dünger für Ihren Garten und schließt den natürlichen Stoffkreislauf auf einfache Weise, indem Nährstoffe dem Boden zurückgeführt werden. Ein Komposthaufen bietet sich also als eigener kleiner Beitrag zum Umweltschutz hervorragend an.

Wie sieht der ideale Komposthaufen aus?

Kompost braucht sowohl Kontakt zur Luft als auch zur Erde. Legen Sie den Kompost deshalb nicht auf einer betonierten oder gepflasterten Fläche an. Um Gartenabfälle zu zersetzen sind Organismen und Bakterien nötig, die in der Erde leben und sonst nicht in den Kompost gelangen können. Außerdem vermeiden Sie so Staunässe.
Am besten haben sie um den Komposthaufen herum genug Platz, um ihn bequem umsetzen zu können. Platzieren Sie den Kompost außerdem möglichst wind- und lichtgeschützt. Vor allem im Sommer kommt es vor, dass der Komposthaufen sonst austrocknet und der Zersetzungsprozess unnötig unterbrochen oder in die Länge gezogen wird. Durch eine geschützte Lage bleibt die Feuchtigkeit länger im Kompost enthalten. Das Mikroklima darin ist stabiler und ausgeglichen.

Wie setze ich Kompost um?

Bevor Sie im Frühjahr mit der Aussaat beginnen, kümmern Sie sich um ausreichend Kompost für die Düngung. Die perfekte Möglichkeit hierfür ist das Umsetzen des Kompostes. Damit gewährleisten Sie, dass das Material möglichst gleichmäßig verrottet. Schichten Sie den bisherige Komposthaufen auf einen neuen Haufen um. Hierzu benötigen Sie allerdings ausreichend Platz. Berücksichtigen Sie diese Tatsache bereits beim Anlegen des ersten Komposthaufens. Idealerweise können Sie den neuen Komposthaufen direkt neben dem alten Haufen anlegen und sich somit unnötige Laufwege während des Umsetzens ersparen.

Um den Kompost umzusetzen, sollten Sie mit einer Mistgabel oder einem Rechen den gesamten Inhalt des Komposts gut durchmischen. So gelangt Sauerstoff in den Kompost und er verrottet schneller und gleichmäßiger. Anschließend bietet es sich an, den Kompost mithilfe eines groben Siebs zu verfeinern. Vor allem im Sommer können Sie diesen Vorgang jeden zweiten Monat wiederholen, weil durch die höheren Temperaturen das Zersetzen schneller geschieht als zur kalten Jahreszeit. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, den Kompostierungsprozess zu beschleunigen.

6 Gartentipps zu einem schnelleren Kompositierungsprozess

1. Regenwürmer


Regenwürmer sind für das Zersetzen von Naturmaterialien essenziell wichtig. Angezogen werden sie von Kaffee- und Teesatz, den Sie sogar mit dem Filterpapier in den Komposter werfen können. Zwiebel- und Knoblauchschalen sind wahre Leckereien für die Tiere. Durch die gute und ausreichende Nahrung vermehren sich die Regenwürmer und die Kompostierung kommt besser in Gang.

2. Feuchtigkeit

Die richtige Feuchtigkeit im Kompost sollten Sie nicht unterschätzen. Wenn es im Sommer für längere Zeit trocken bleibt, sollten Sie mit der Hand überprüfen, ob der Kompost noch genügend Feuchtigkeit enthält. Ist das nicht der Fall, gießen Sie etwas Wasser mit der Gießkanne darüber. Dadurch wird er mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt. Falls sich Ihr Kompost nicht im Schatten befindet, macht es Sinn, über die Anschaffung einesKomposters mit Deckel nachzudenken. In der warmen Jahreszeit können Sie ihn tagsüber verschließen und den Kompost vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Dadurch bleibt mehr Feuchtigkeit im Kompost.

3. Sauerstoff


Vergessen Sie nicht, dass die Rottebakterien und Kleinlebewesen im Kompost ausreichend Sauerstoff benötigen, damit der Kompost nicht zu faulen beginnt. Hier schafft klein gehäckseltes Holz Abhilfe, das für Lufträume innerhalb des Kompostes sorgt. Wenn Sie Grasschnitt in Ihrem Komposter entsorgen, sollten Sie diesen erst anwelken lassen, bevor sie ihn in den Kompost geben und ebenfalls mit zerkleinerten Ästen und Holzstückchen auflockern.

4. Wärme

Genau dieser Grasschnitt oder Mist und Stickstoffdünger sind im Winter hingegen wichtige Helfer. Die Temperatur ist für die Kompostierung ein wichtiger Faktor. In der kalten Jahreszeit zersetzen sich die Pflanzenabfälle deutlich langsamer als bei wärmeren Temperaturen. Die Verrottung wird durch das Beifügen von Grasschnitt oder Mist wieder in Gang gebracht.

5. Kompoststarter

Sogenannte Kompoststarter können Ihnen schnell zu dem frischem Naturdünger verhelfen. Diese finden Sie im Gartenhandel als Pulver oder Flüssigkeit. Sie enthalten unter anderem Mikroorganismen, die für die Kompostierung bedeutend sind.

6. Kalken

Um diese Mikroorganismen zum Zersetzen des Kompostes zu animieren, bietet es sich an, Kalk gegen die Übersäuerung in den Kompost zu geben. Tierjauchen oder selbst hergestellte Pflanzenjauchen können Ihnen dabei helfen. Sie bringen Stickstoff in den Kompost – ein Faktor, der die Kleinstlebewesen zu einer schnelleren Zersetzung der Bestandteile animiert.

Hilfe, mein Kompost stinkt!

Der Grund dafür sind häufig Fäulnisbakterien, die sich durch eine zu hohe Feuchtigkeit und zu wenig Sauerstoff vermehren. Hier hilft das Umsetzen des Komposts ebenfalls. Dabei sollten Sie auf einen neuen Haufen trockenes Material wie beispielsweise klein gehäckseltes Holz geben.

Gesteinsmehl kann Abhilfe bei schlecht riechendem Kompost schaffen. Es besteht aus Kieselsäure und Aluminiumoxid und sorgt dafür, dass der Mineralhaushalt des enstehenden Naturdüngers ausgeglichen wird. So können die Bakterien wieder besser arbeiten. Der Kompost wird vollständig zersetzt und verliert schlechte Gerüche.

Gibt es Stadtkompost?

Kompostieren ist nicht nur für Gärten auf dem Land geeignet. Wenn Sie keinen Garten, sondern beispielsweise einen Balkon besitzen, kann ein eigener Komposthaufen durchaus nützlich sein. Hierfür bietet sich ein Plastikkompost, wie es ihn in vielen Baumärkten zu kaufen gibt, an. Oder Sie verwenden einen großen Plastikkübel mit Deckel, in den Sie Ihre Küchenabfälle geben. Hier sollten Sie zusätzlich kleine Löcher in den unteren Rand des Kübels bohren. Nur so gelangt genügend Sauerstoff in den Komposthaufen und er wird richtig zersetzt, ohne zu faulen.

Egal wie Sie sich entscheiden: Geben Sie auf jeden Fall einen Kompoststarter in den Haufen. Bakterien und Mikroorganismen haben es sonst schwer, in Ihren Komposthaufen zu gelangen. Regenwürmer gehören ebenfalls in einen ausgeglichenen Komposthaufen. Kaufen können Sie sie in Angelfachmärkten oder im Internet.


Kerstin Siebentritt
verfasst von Kerstin Siebentritt

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