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Brauchtum rund ums Osterfest

Osterbräuche

Iris Ahmad
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07.03.2018
|
7 Min Lesezeit
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Iris Ahmad
07.03.2018
|
7 Min Lesezeit

Was sind Feste ohne ihre Rituale und Traditionen? Auch zu Ostern gibt einer Vielzahl von Bräuchen, die teilweise seit Jahrhunderten zum Osterfest gepflegt werden. Welche Osterbräuche es gibt und woher sie stammen, lesen Sie hier.

Osterbräuche

Was sind Feste ohne ihre Rituale und Traditionen? Auch zu Ostern gibt einer Vielzahl von Bräuchen, die teilweise seit Jahrhunderten zum Osterfest gepflegt werden. Welche Osterbräuche es gibt und woher sie stammen, lesen Sie hier.

Osterbräuche rund um das Ei

Kaum ein Symbol ist so eng mit dem Osterfest verbunden wie das Ei. Und das kommt nicht von ungefähr, denn das Ei mit seiner toten Schale und dem daraus schlüpfenden Jungtier symbolisiert seit jeher in vielen Religionen und Kulturen das (Wieder-)Entstehen neuen Lebens. Auch für die Christen, denn hier steht das Ei für die Auferstehung Christi nach dem Tod.

Aber warum färben wir die Eier zu Ostern dann traditionell bunt? 

Auch dies hat seinen Ursprung in der christlichen Tradition: Denn während der 40-tägigen Fastenzeit, die dem Osterfest vorausgeht, fielen Eier ebenso wie Alkohol und Fleisch unter das Abstinenzgebot. Die Hühner legten aber natürlich weiterhin Eier. Die Eier, die in der letzten Woche der Fastenzeit, also der Karwoche gelegt wurden, galten als besonders heilig und wurden aufbewahrt. Zur Konservierung wurden sie hart gekocht. Um diese besonderen Eier von den frischen Eiern unterscheiden zu können, wurden sie aus Naturmaterialien wie roten Blüten, Rote Beete oder Wurzeln rot gefärbt - symbolisch für das vergossene Blut Jesu Christi. Auch heute noch werden im orthodoxen Griechenland die Ostereier nicht bunt wie bei uns, sondern ausschließlich rot eingefärbt.
Nach dem Fasten durften Eier schließlich wieder gegessen werden. Sie wurden erst geweiht und schließlich dann zum Osterfest feierlich verspeist.

Vor allem in der Lausitz und in weiten Teilen Osteuropas hat sich das Ostereifärben zu einer wahren Kunst entwickelt. So sind beispielsweise die sorbischen Ostereier (siehe Abbildung links) wahre Schmuckstücke. Die traditionellen Muster und Farben spiegeln bestimmte Regionen und spezielle Bedeutung wider.
Wer nicht mit künstlichen Eierfarben, sondern – wie früher – mit Naturmaterialien färben möchte, kann in unserem Beitrag Ostereier natürlich färben nachlesen, worauf es hierbei zu achten gilt und wie man schöne Farbergebnisse erzielt. Wer seine Ostereier schnell und ohne großen Aufwand dekorieren möchte, kann auch auf Schrumpffolien oder Eiersticker zurückgreifen. Heutzutage werden auch rohe Eier ausgeblasen, gesäubert und anschließend bemalt. Diese können dann als Osterdeko für den Garten dekorativ an Sträucher und Büsche gehängt werden oder dienen im Haus als österliche Dekoration.

Ostereier suchen, rollen, ticken... 

Statt die bunten Eier direkt zu verspeisen, hat sich als Osterbrauch auch die traditionelle Ostereiersuche etabliert. Hier müssen die Kinder am Ostermorgen im Garten, Park oder im Haus die Ostereier und Osternester suchen, die vom Osterhasen (genauer gesagt: den Eltern oder Großeltern) zuvor versteckt wurden. Erst seit dem 17. Jahrhundert ist es im Übrigen der Osterhase, der die Eier versteckt. Zuvor waren es je nach Region auch mal ein Fuchs, ein Kuckuck oder Storch, der die Eier zum Osterfest brachte.
Neben der klassischen Ostereiersuche gibt es auch einige speziellere Osterbräuche rund um das Ei. Beispielsweise das sogenannte Ostereierschieben, in manche Gegenden auch als Eierrollen oder Eierkullern bekannt. Vor allem in Nord- und Ostdeutschland, aber auch in der Steiermark und in der Schweiz kennt man diesen Osterbrauch, wo zumeist am Ostersonntag Eier einen Hügel herabgerollt werden. Gewonnen hat, dessen Ei am längsten rollt oder wessen Ei unversehrt unten ankommt. Auch das Eierticken oder auch Oarhiartn, Eiertitschen oder Eierpecken genannt, ist ein in weiten Teilen Deutschlands sehr bekannter Osterbrauch. Hierbei nehmen die beiden „Kontrahenten“ am Frühstückstisch jeweils ein hart gekochtes Ei in die Hand und schlagen zeitgleich oder hintereinander die Spitzen der Eier aufeinander. Derjenige, dessen Eierschale am Ende mehrerer Runden Eiertickens intakt bleibt, hat gewonnen.

Kulinarischer Osterbrauch: Das Osterfrühstück

Die Karwoche vor Ostern gilt – wie die gesamte Fastenzeit – nicht nur als Zeit der religiösen Besinnung, sondern kulinarisch gesehen als Zeit der Enthaltsamkeit. So führt der Verzicht auf Fleisch dazu, dass viele Familien am Karfreitag traditionell Fisch essen. Nicht selten wird das Osterfest und das Ende des Fastens dann traditionell am Morgen des Ostersonntags mit einem ausgiebigen Osterfrühstück oder Osterbrunch gefeiert. Denn neben einer Vielzahl an bunt gefärbten Eiern, werden zu Ostern auch viele Süßigkeiten und Backwaren verspeist. Neben modernen Interpretationen wie kleine Kuchen im Ei (Rezept: Kuchen in Eierschale backen) ist das Osterlamm eines der traditionellsten Ostergebäcke. Ebenfalls häufig auf dem Frühstückstisch an Ostern zu finden, sind der Osterfladen oder der Osterzopf, beides süße Hefegebäcke. Für den herzhaften Part auf der Frühstückstafel sorgt vielfach der klassische Osterschinken.

Das Brauchtum der Osterfeuer

Oft werden diese Speisen, zusammengepackt in einem Korb, zuvor mit in die Ostermesse am Sonntagmorgen genommen, um sie segnen zu lassen. Der Osterschinken wird manchmal auch noch vor Sonnenaufgang an einen Baum im Garten gehängt, damit er den Segen des Papstes in Rom erhält.

Nicht erst im christlichen Glauben ist das Feuer ein Symbol der Wiederauferstehung. Denn bereits in vorchristlicher Zeit wurden im Frühling Feuer entzündet, mit dem die Heiden das Wiederaufblühen der Vegetation begrüßten und den Sieg der Sonne über den Winter feierten.

Die Christen griffen den heidnischen Brauch auf und entzünden auch heute noch ein gesegnetes Feuer in der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag. An diesem Feuer vor der Kirche wird dann die österlich geschmückte Osterkerze entzündet, die dann während des Gottesdienstes in die abgedunkelte Kirche getragen wird und diese erleuchtet. Das Licht des Osterfeuers steht symbolisch für die Jesu Auferstehung.

In vielen dörflichen Regionen Deutschlands, aber auch in Österreich, werden mit der Osterkerze am Abend des Karsamstags (mancherorts auch am Abend des Ostersonntags) große Reisighaufen zu eindrucksvollen Osterfeuern entzündet, die viele Zuschauer anlocken. Diese Osterfeuer-Symbolik findet manchmal auch in Form von großen Osterrädern statt. Diese imposanten mit Stroh oder Reisig befüllten Eichenräder werden nachts an der Spitze eines Hügels oder Bergs angezündet und als große Feuerräder den Abhang hinuntergerollt. Wenn Sie am Fuße des Hanges ankommen ohne vorher liegenzubleiben, soll das zudem dem Volksglauben nach auf eine gute kommende Ernte hinweisen. Dieser Brauch wird vor allem im Weserbergland, aber auch in Teilen Norddeutschlands, im Harz und den Alpenregionen gepflegt.

Tradition des Osterwassers

Das sogenannte Osterwasser wurde in der Osternacht oder am Morgen vor Sonnenaufgang aus einer Quelle, einem Bach oder einem Fluss geschöpft wird. Es wurde vor allem von jungen, unverheirateten Frauen geschöpft, die den Weg zu Wasserstelle stillschweigen oder gar unbeobachtet zurücklegen sollten, damit das Osterwasser nicht seine besondere Wirkung verlor, galt es doch als Wasser, das besonders lange hielt und nicht verfaulte.

Dieses sollte auch, wenn man sich mit ihm wusch oder besprengt wurde, belebende Wirkung haben und gar Augenkrankheiten heilen oder vor Krankheiten schützen. Dieser noch aus heidnischer Zeit stammende Wasser-Brauch wird auch heute noch fortgeführt, wo der Priester in der Ostermesse das Osterwasser weiht und damit die Gemeinde besprengt. Eben dieses wird dann im kommenden Jahr als Taufwasser verwendet.

Raus an die frische Luft! 

Die freien Osterfeiertage bieten sich gerade bei gutem Frühlingswetter auch stets für gemütliche Osterspaziergänge mit der Familie an. Nicht selten bestaunt man dabei den in vielen Orten geschmückten Osterbrunnen oder geht zu speziellen Ostermärkten, die am Osterwochenende veranstaltet werden. Oft wird auch die traditionelle Ostereiersuche direkt und mit einem kleinen Spaziergang verbunden. Ob im städtischen Park, am Strand oder in den Bergen, Osterspaziergänge sind im ganzen Land ein weit verbreiteter Brauch. Nicht selten wird im Rahmen eines solchen Spaziergangs auch das in manchen Regionen Bayerns und Sachsens beliebte Osterreiten, eine Reiterprozession, besucht.


Kennen Sie noch besondere Osterbräuche, die wir hier vergessen haben? Was planen Sie an Ostern 2018? Haben sich in Ihrer Familie besondere Ostertraditionen entwickelt, die Sie nicht mehr missen möchten?

Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!


Iris Ahmad
verfasst von Iris Ahmad

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