Ratgeber
So wird der Rasen wieder saftig, frisch und grün!

Rasen vertikutieren

Iris Ahmad
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20.03.2019
|
5 Min Lesezeit
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Iris Ahmad
20.03.2019
|
5 Min Lesezeit

Wofür es sich lohnt, den Rasen zu vertikutieren und, wie und wann Sie dies am besten machen, lesen Sie in diesem Magazinbeitrag.

Rasen vertikutieren

Warum überhaupt den Rasen vertikutieren?

Vertikutieren bewirkt, dass der Rasen gelockert und dadurch belüftet wird. Ein volleres und dichteres Rasenwachstum soll hiermit erzielt werden.

Denn oft ist eine dicke Schicht Rasenfilz dafür verantwortlich, dass die Sauerstoffversorgung der Rasenwurzeln behindert wird. Dieser Filz entsteht durch das Schnittgut, das als Mährückstand auf dem Rasen zurückbleibt und nicht richtig zersetzt wird. Hinzu kommen Unkrautpflanzen wie Klee und auch Moos, die die Sauerstoffversorgung zusätzlich beeinträchtigen und der Rasenpflanze Nährstoffe entzieht. Kein oder schlechtes Rasenwachstum ist dann die Folge.

Die Rasenfläche wird durch den Vertikutierer angeritzt und somit gelockert. Gleichzeitig wird so Moos, Rasenfilz und kleinwüchsiges Unkraut entfernt. Die Versorgung mit Sauerstoff wird somit verbessert beziehungsweise wieder ermöglicht.

Wann und wie oft den Rasen vertikutieren?

Theoretisch ist das Vertikutieren von April bis September möglich. 1 bis 2 jährlich können Sie den Rasen in dieser Zeit einer solchen Reinigungs- und Belüftungskur unterziehen. Am besten im Frühjahr und - wenn nötig - noch einmal im frühen Herbst. Im Frühling sollten Sie so lange warten, bis es keine Bodenfröste mehr gibt und die Temperatur schon hoch genug ist, dass die Gräser wieder sprießen können. Erkennen können Sie dies an der Blütezeit der Narzissen. Stehen die Osterglocken nämlich in voller Blütenpracht, ist das der richtige Zeitpunkt um die Vorbereitungen für die Rasenpflege zu treffen und mit der Düngung und dem ersten Mähen des Rasens zu beginnen.

Tipp: Ihr Rasen sollte bereits ein gewisses Alter (mindestens 1,5 Jahre) haben, bevor Sie ihn das erste Mal vertikutieren. Nur so ist gesichert, dass die Graswurzeln fest genug im Boden verankert sind und Sie Ihren Rasen nicht zerstören.

Wie erkenne ich, dass mein Rasen vertikutiert werden muss?

Ein dicke Schicht Filz, viel Moos und Unkräuter sind meist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Rasenpflanzen nach und nach verdrängt und durch den Vertikutierer wieder neu belüftet werden sollten. Man kann dies auch überprüfen, indem man mit einer Harke oder einem Grubber durch den Rasen geht und überprüft, ob und wieviel Moos und Mährückstände hängen bleiben. Ist viel zu sehen, sollten Sie das Vertikutieren demnächst in Betracht ziehen.

So vertikutieren Sie Ihren Rasen

Vorbereitung

1. Als erster Schritt steht das Düngen (ca. Ende März/ Anfang April) an. Dafür eignet sich ein stickstoffhaltiger Rasendünger. Diese Behandlung mit Dünger ist wichtig, da der Rasen durch die Prozedur des Vertikutierens extrem strapaziert wird und sich so besser regenerieren kann.

2. Etwa eine Woche danach den Rasen auf ungefähr 4 cm mähen.

3. Ein bis zwei Wochen später den Rasen erneut kürzen, diesmal auf 2 cm (= in der Regel die tiefste Einstellung des Rasenmähers).

Vertikutieren

Jetzt ist die Rasenfläche bereit, um vertikutiert zu werden. Die Messer dürfen hierbei die Grasnarbe maximal 2 bis 3 Millimeter einritzen. Bewegen Sie den Vertikutierer zügig über den Rasen und bleiben Sie nicht zu lange an einer Stelle stehen. Anschließend den losen Filz und Moose entfernen, sofern der Vertikutierer keinen eigenen Auffangbeutel hat. Das anfallende Pflanzenmaterial kann man auf dem Kompost oder in der Biotonne entsorgen.

Nachsäen

An kahlen Stellen kann nun noch mit Rasensamen nachgesät werden. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass erst frühestens Ende April damit begonnen wird, damit die Samen ordentlich keimen können. Ist es noch zu kalt (Februar/März) oder bereits zu warm (oft ab Mitte Mai), stirbt die Pflanze ab oder muss zusätzlich regelmäßig bewässert werden. Immer also vor dem Vertikutieren auf das Thermometer achten!

Wenn Sie nicht nachsäen wollen oder müssen, können Sie auf den Rasen eine etwa 2 cm dicke Sandschicht verteilen. Das verbessert den Lufthaushalt des Bodens langfristig.

Welcher Vertikutierer ist der richtige für mich?

Jeder Vertikutierer funktioniert daher nach dem demselben Prinzip: einer horizontal zum Laufweg ausgerichteten Achse sind versetzt kleine Messerklingen angebracht. Entweder durch Handbetrieb oder per Motor rotiert die Achse und ritzt die darunter liegende Grasnarbe ein und entfernt dabei das Moos und Rasenfilz aus dem Boden.

Der Unterschied liegt wie beim klassischen Rasenmäher vor allem im Betrieb: elektrisch, manuell oder per Kraftstoff.
Handvertikutierer sind sofort einsatzbereit und nicht von Kraftstoff oder einer Stromquelle abhängig, erfordern aber einen hohen Kraftaufwand und eignen sich daher nur für kleine Rasenflächen oder zur einzelne verfilzte Rasenstellen.

Elektro-Vertikutierer sind wie elektrische Rasenmäher über ein Stromkabel mit einer Steckdose verbunden. Sie eignen sich daher primär für mittelgroße und gut zugängliche Flächen aus. Leichte Elektro-Vertikutierer neigen aufgrund des geringen Gewichts auf sehr harten Böden aber dazu oft zu auf und ab zu springen, da die Messer nicht in die harte Grasnarbe eindringen können. Um dem entgegenzuwirken, können Sie das Gerät mit einem Backstein, ein Sandsack oder ähnlichem beschweren.

Benzin-Vertikutierer eignen sich vor allem für größere Rasenflächen und haben zudem den Vorteil, dass Sie hierbei nicht auf das Stromkabel achten müssen. Gleichzeitig sind die Vertikutierer mit Benzintank schwerer als die anderen Modelle und bringen so das nötige Gewicht mit, um die Messer ausreichend tief in die Grasnarbe schneiden zu lassen.

Egal, welches Vertikutiergerät man sich anschafft, wichtig ist zu beachten, dass die Messer die Rasenfläche nur leicht berühren, und nicht aufschlitzen. Denn ein zu tiefer Schnitt schädigt die Rasenwurzeln, so dass diese Pflanzen absterben und verschleißt gleichzeitig das Gerät. Jeder Vertikutierer sollte daher so eingestellt werden, dass die Messerchen die Grasnarbe höchstens 2 bis 3 mm tief einritzen.

5 goldene Vertikutier-Regeln

1. Vertikutieren Sie nur trockene und kurzgemähte Rasenflächen.

2. Stellen Sie die Vertikutierhöhe richtig ein (maximal 2 bis 3 mm!).

3. Eine vorherige Düngung ist für eine bessere Regeneration hinterher unerlässlich.

4. Vertikutieren Sie nicht zu früh oder zu spät im Jahr: Frühestens im April, spätestens Ende September.

5. Vertikutieren Sie schachbrettartig: Zunächst in Längsbahnen, dann in Querbahnen. So entsteht ein Schachbrettmuster und Sie haben jeden Bereich erwischt.


Haben auch Sie einen Rasen und vertikutieren Sie diesen regelmäßig?


Iris Ahmad
verfasst von Iris Ahmad

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