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Senkgarten

Eine kaum verbreitete, aber dennoch geniale Möglichkeit der Gartengestaltung ist ein so genannter Senkgarten. Was es damit auf sich hat und wo die Vorteile des Senkgartens liegen lesen Sie in diesem Magazinartikel. Außerdem beantworten wir die Frage, wie Sie Ihren eigenen Senkgarten anlegen können und was Sie dabei beachten sollten.

Was ist ein Senkgarten?

Wie der Name bereits erahnen lässt, handelt es sich bei einem Senkgarten um einen Garten in der Senke. Diese wird aber – anders als bei einem Hanggarten, wo der Hang bereits vorhanden ist – selbst angelegt. Daher ist er meist quadratisch oder rechteckig und mit einer Natursteinmauer eingerahmt, die mit der ursprünglichen Höhe des Geländes abschließt.

Die Idee hinter dem Senkgarten stammt von der britischen Insel. In englischen Landhäusern wurden zum Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr so genannte „Sunken Gardens“ angelegt. Vorbild dafür waren die italienischen Gärten der Renaissance und die Vorteile ganz klar:

Zum einen sorgt ein Senkgarten für eine optische Unterbrechung des Gartens. Er liegt einige Stufen unter dem restlichen Terrain und sorgt durch diesen Bruch dafür, dass ein kleiner Garten optisch größer wirkt. Durch die umrandenden Natursteinmauern sammelt sich zudem tagsüber Wärme, die gegen Abend nach und nach abgegeben wird. Damit entsteht ein Kleinklima, das dafür sorgt, dass Sie sich an lauen Sommernächten noch länger im Freien aufhalten können. Auch in der Übergangszeit ist der Bereich durch die umgebenden Mauern und Pflanzen windgeschützt. Die Zeit im Jahr, zu der Sie es sich draußen gemütlich machen können, wird dadurch umso länger.
Auch dient ein Senkgarten als Sichtschutz. Von außen ist er kaum einsehbar, sodass Sie die Ruhe der Natur optimal auskosten können.

Das oben bereits erwähnte Kleinklima ist aber nicht nur für uns Menschen angenehm. Auch viele Pflanzen gedeihen im Senkgarten besser und verwandeln ihn in eine botanische Oase. So können Sie vor allem im unteren Bereich Ihres Gartens empfindlichere oder exotische Pflanzen anbauen.

Was ist die ideale Größe für einen Senkgarten?

Das hängt zunächst einmal ganz davon ab, wie viel Platz in Ihrem Garten zu Verfügung steht. Sie sollten sich gut überlegen, welcher Teil des Gartens abgesenkt werden soll und wie Sie Ihren Garten optisch so anpassen, dass der Senkgarten Teil der Gestaltung ist. In vielen Fällen helfen Gartenwege, um den Senkgarten optisch in das Grundstück zu integrieren. Auch Pflanzen sorgen für einen schönen Übergang.

Wir empfehlen eine Höhe von etwa 50-80 cm. Damit liegt der Senkgarten nicht zu tief, ist aber dennoch ausreichend vor Wind geschützt.
Klären Sie vor dem Beginn des Projekts dringend ab, wie hoch der Grundwasserspiegel in Ihrem Heimatort liegt. Vor allem in Norddeutschland ist durch den hohen Grundwasserspiegel ein Anlegen des Senkgartens nämlich oft gar nicht möglich. Sollte das der Fall sein, heißt das aber noch lange nicht das Ende für Ihren Traum vom Senkgarten. Vielleicht lässt sich das übrige Gelände entsprechend auffüllen? Ein Landschaftsbauer kann Ihnen dabei sicherlich helfen.

Wie breit und lang ihr Senkgarten werden soll hängt ganz von Ihnen, Ihrem Garten und Ihren Wünschen ab. Meistens werden Senkgärten aber etwa zimmergroß. 20 Quadratmeter werden als angenehmes Maß empfunden, da es weder zu klein noch zu groß ist, sodass die Wirkung des Senkgartens zur Mitte hin nachlassen könnte. Sie haben ausreichend Platz, um Gartenmöbel, Deko und Pflanzen zu platzieren.

Wie Sie Ihren Senkgarten anlegen

Meist werden Senkgärten durch Natursteine oder Findlinge umrundet. Das sorgt nicht nur für ein spezielles Flair, sondern hat auch ganz praktische Gründe. Diese Steine heizen sich in der Sonne auf, speichern die Wärme und geben sie nach und nach langsam an ihre Umwelt ab. Dadurch entsteht das oben bereits erwähnte Kleinklima, das den Senkgarten für Pflanzen zu einem so einzigartigen Ort macht.
Achten Sie darauf, dass je nach der Höhe Ihres Senkgartens eventuell eine entsprechende Stützmauer nötig ist.

Bevor Sie sich um die genauere Planung kümmern können, müssen Sie entscheiden, welche Art von Senkgarten Sie überhaupt anlegen möchten. Möchten Sie vielleicht einen Senkgarten mit Teich, dann fühlen sich ganz andere Pflanzen wohl als bei einem trockenen Senkgarten mit Sitzgelegenheit und eventuell einer kleinen Feuerstelle. Steht diese Entscheidung fest, gibt es unterschiedliche Herangehensweisen.

Senkgarten als gemütlicher Rückzugsort

Sie möchten in Ihren Senkgarten eine gemütliche Sitzecke oder Loungegruppe platzieren, wo Sie zu nahezu jeder Jahreszeit entspannen können? Dann müssen Sie dringend darauf achten, den Senkgarten richtig zu entwässern. Denn in der Vertiefung kann sich andernfalls schnell Wasser, zum Beispiel durch Regen oder während der Schneeschmelze, anstauen. Und das macht Ihren Senkgarten alles andere als gemütlich.

Oft reicht hier eine Drainage aus, in manchen Fällen macht es jedoch Sinn, einen Ablauf einzubauen. Das hängt ganz von der Beschaffenheit des Bodens und der genauen Lage des Senkgartens ab.
In welchen Fällen ein Ablauf nötig ist, kann Ihnen ein Garten- und Landschaftsbauer sagen. Hierfür sollten Sie sich schon entschieden haben, wie Sie den Senkgarten einfrieden wollen und an welcher Stelle im Garten er stehen soll.

Splitt ist ein geeigneter Bodenbelag für den Senkgarten. Durch diesen Untergrund fließt Wasser am besten ab. Hinzu kommt, dass Splitt im Gegensatz zu Kies an den Kanten gebrochen ist. Das bedeutet, dass er sich besser auf einer Drainage oder Folie ohne zu verrutschen ausbreiten lässt und dadurch weniger oft nachgebessert werden muss.

Außerdem verhindern Sie, dass im Winter durch gefrierende Nässe Risse, Löcher oder ähnliches auf dem Boden entstehen.
Selbstverständlich können Sie auch herkömmliche Terrassenfliesen verwenden. Verdichten Sie den Boden darunter jedoch ausreichend und verwenden Sie nach Möglichkeit Fugensand. Dieser erhöht die Sickerfähigkeit der Fläche im Gegensatz zu Fugenmörtel.
Alle Informationen zu geeigneten Bodenbelägen für Ihren Garten finden Sie auch in unserem Magazinartikel „Gartenweg“.

Ein Senkgarten lässt sich auf verschiedene Ebenen bepflanzen. Das geschieht an der Mauer, die das Areal umfasst. Arbeiten Sie dabei unbedingt von oben nach unten. Weiter oben fühlen sich heimische und trockenverträgliche Pflanzen wohl. Dazu zählen verschiedene Stauden und Gräser, aber auch Blühpflanzen. Weiter unten können Sie auch mediterrane oder empfindlichere Gewächse anbauen, da diese durch die weiter ober gelegenen Pflanzen besser geschützt sind.

Auch Kübelpflanzen können auf der Fläche für mehr Grün sorgen. Versuchen Sie sich doch an Blütensträuchern oder kleinen Obstbäumen. Vielleicht fühlt sich ja ein kleines Orangen- oder Zitronenbäumchen in Ihrem Senkgarten wohl? Auch Hochbeete machen sich hier gut. Hier können Sie mediterrane Kräuter anbauen.

Damit es nach Sonnenuntergang noch gemütlicher und auch ein Stück wärmer wird, können Sie auch eine kleine Feuerstelle einplanen. Stellen Sie doch eine Feuerschale auf. Diese wird bestimmt schnell zum Hingucker in Ihrem Senkgarten.

Senkgarten mit Teich

Sie haben sich für ein Areal mit Gartenteich entschieden? Dann können Sie sich unter Umständen das aufwändige Verlegen eines Abflusses sparen. Denn auch hier fließt hier das Wasser in den niedrigsten Punkt – in diesem Fall automatisch in den Teich. Klären Sie dieses Vorhaben aber zur Sicherheit vorher noch mal mit Ihrem Landschaftsbauer ab. Dieser kann Ihnen sagen, ob nicht vielleicht dennoch eine Drainage notwendig ist.

Wie Sie einen Gartenteich anlegen und worauf Sie dabei achten müssen, haben wir Ihnen in diesem Magazinbeitrag bereits erklärt.

Für die Umfassung des Senkgartens mit Teich eignen sich dieselben Pflanzen wie bei jedem anderen abgesenkten Garten. Rund um den Teich jedoch können Sie Irisse oder Sumpfdotterblumen anpflanzen. Diese fühlen sich durch das nahe Gewässer besonders wohl.

Unser Tipp:

Wenn Sie zusätzliche Inspiration für einen Senkgarten suchen, können wir Ihnen die Arbeiten von Karl Foerster empfehlen. Der Staudenzüchter legte 1912 einen 5000 Quadratmeter großen Versuchsgarten an. Zum Karl-Foerster-Garten in Bornim bei Potsdam gehört unter anderem ein weltweit berühmter Senkgarten mit einer Länge von 45 und einer Breite von 25 Metern. Dieser ist das Herzstück der Anlage. Wir möchten Ihnen einen Besuch dort wärmstens empfehlen, wenn Sie sich selbst ein Bild von einem Senkgarten und der möglichen Pflanzenvielfalt machen möchten.
Und sollten Sie es nicht einrichten können, nach Bornim zu fahren: Karl Foerster hat mehrere Bücher rund um das Thema Steingarten und geeignete Gartenpflanzen geschrieben.

Mit all diesen Tipps steht Ihrem Senkgarten nichts mehr im Weg.

Für welche Art haben Sie sich entschieden und welche Pflanzen fühlen sich bei Ihnen besonders wohl? Wir freuen uns über Ihre Erfahrungsberichte rund um das Thema in den Kommentaren.

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