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So verhindern Sie, dass Ihr Weihnachtsbaum nadelt

Hat Ihr Weihnachtsbaum im letzten Jahr auch schon nach kurzer Zeit hunderte Nadeln verloren? Das große Problem dabei: Nadelt er bereits, ist es eigentlich schon zu spät, noch etwas zu unternehmen. Daher sollte im Vorfeld bereits ein paar Dinge beachtet werden, damit dieser länger frisch bleibt und es dieses Weihnachten nicht wieder „leise rieselt der Baum“ heißt. Wir haben hierzu für Sie ein paar Tipps und Hinweise zusammengestellt, wie man verhindert, dass der Weihnachtsbaum nadelt.

Wahl einer robusten Baumart

Jeder Weihnachtsbaum nadelt über kurz oder lang. Da er nicht mehr genügend mit Feuchtigkeit über die Wurzel versorgt wird, vertrocknet der Baum zwangläufig und mit ihm die Nadeln, die schließlich zu Boden fallen. Allerdings gibt es Wege, diesen Prozess etwas zu verlangsamen, so dass der Baum über die Feiertage seine satte Nadelpracht erhält.

Wie schnell und wie viel ein Weihnachtsbaum nadelt, hängt auch davon ab, um welche Baumsorte es sich handelt. So gilt gemeinhin, dass Tannen weniger schnell nadeln als Fichten. Zu den beliebtesten und gleichzeitig robustesten Weihnachtsbaum-Arten zählt die Nordmanntanne (Abies nordmanniana). Diese Baumsorte wird ausschließlich für die Verwendung als Weihnachtsbaum angebaut und hat eine hohe Nadelfestigkeit. Da die satt-grünen Nadeln weich sind und nicht stechen, ist diese Baumart sehr gefragt. Diese Tanne ist zudem recht einfach zu schmücken: Sie kann schweren Weihnachtsschmuck tragen und harzt nicht oder nur sehr wenig. Dadurch, dass aber nur wenig Harz enthalten ist, duftet die Nordmanntanne nicht so sehr wie einige Fichtenarten. Die Nordmanntanne ist zudem vergleichsweise teuer. Für den höheren Preis bekommen Sie dann aber einen Weihnachtsbaum, der aufgrund der fest sitzenden Nadeln erst relativ spät zu nadeln beginnt.

Deutlich günstiger als eine Nordmanntanne, aber etwas robuster als die klassische und preiswerte Fichte (Picea abies) ist die sogenannte Blaufichte (Picea pungens) mit ihren charakteristisch blau schimmernden Baumnadeln. Diese ist zur Weihnachtszeit ebenfalls in vielen Wohnzimmern zu finden. Die Blaufichte hat keine weichen Nadeln, sondern eher stechende Nadeln. Durch den höheren Harzgehalt duftet sie aber intensiver als die Nordmanntanne. Der Tanne ist diese an Nadelfestigkeit zwar unterlegen, aber sie ist von allen Fichten noch die robusteste Variante. So verwundert es auch nicht, dass sie nach der Nordmanntanne, die in mehr als 2/3 aller Haushalte zu finden ist, auf Platz zwei der beliebtesten Weihnachtsbäume landet.

Nur ein frischer Weihnachtsbaum nadelt nicht gleich

Ein Weihnachtsbaum beginnt zu nadeln, sobald er seine Feuchtigkeit verliert. Da geschlagene Bäume allmählich austrocknen, ist es daher wichtig, einen Weihnachtsbaum zu kaufen, der möglichst frisch ist. Denn auch wenn eine Tanne grundsätzlich später nadelt als eine Fichte, so behält eine kürzlich geschlagene Fichte ihre Nadeln länger als eine Tanne, die vor einigen Wochen bereits gefällt wurde.


Fragen Sie daher beim Kauf stets nach, wann der Baum gefällt wurde und wie lange er schon ausgestellt ist. Gerade bei Fichtenarten, die schnell dazu neigen, zu nadeln, ist es wichtig, dass die Zeitspanne zwischen Fällen des Baumes und Aufstellen als Weihnachtsbaum möglichst kurz ist. Prüfen Sie die Frische zudem selbst: Wichtigstes Merkmal hierfür ist eine helle Schnittfläche. Ist diese bereits angegraut, spricht vieles dafür, dass dieses Exemplar schon vor längerer Zeit geschlagen wurde. Auch die Beschaffenheit der Nadeln sind ein Indiz für die Frische: sind diese grün und glänzend, ist der Baum gerade erst geschlagen worden. Stechen sie bereits beim Kauf in die Haut und haben Sie eine matte, fahle Farbe, ist er schon vor einiger Zeit gefällt worden und nicht mehr frisch.

Am besten gehen Sie immer zu einem regionalen Anbieter. Bäume, die in Baumärkten oder Supermärkten verkauft werden, werden häufig bereits im Herbst gefällt und haben mitunter einen längeren Transport hinter sich. Regionale Züchter kennen sich zudem besser mit ihrer Ware aus, haben kürzere Transportwege und somit in der Regel auch immer frischere Bäume.

Natürlich besteht auch immer die Möglichkeit, den Baum selbst zu schlagen. Aber Achtung: Sie können nicht einfach in den nächstgelegenen Wald fahren, sich dort einen Favoriten aussuchen und nach Hause mitnehmen. Denn das wäre Diebstahl, da die Wälder sich entweder in staatlichem oder privatem Besitz befinden. Wo und inwiefern es möglich ist, Tannenbaum und Co. in einem Wald zu besorgen, erfahren Sie beim zuständigen Forstamt. Auch manche Weihnachtsbaumzüchter bieten auf Ihren Plantagen die Möglichkeit, die Bäume direkt selbst vor Ort zu schlagen. Oft wird dies sogar mit einem adventlichen Rahmenprogramm mit Glühwein und Co. gestaltet.
Generell empfiehlt es sich, den Weihnachtsbaum-Kauf nicht zu früh zu legen. In der Regel sind 7-14 Tage vor dem Heiligen Abend ist hierbei ein guter Richtwert.


Den Weihnachtsbaum möglichst lange frisch halten

Nun geht es, wenn Sie den Christbaum frisch gekauft oder gefällt haben, darum diese Frische (und hier vor allem den Feuchtigkeitsgehalt) zu erhalten. Dies beginnt bereits beim Transport nach Hause. Sollten Sie den Christbaum für längere Zeit auf dem Autodach transportieren müssen, sollten Sie diesen in Folie einwickeln, da er durch den Fahrtwind schneller austrocknet. Die Folie hält diesen Prozess etwas auf.

Grundsätzlich sollte der Baum auch nicht zu früh in die warme Wohnung geholt werden. Natürlich ist es jedem selbst überlassen, wann er traditionell beginnt, seinen Weihnachtsbaum zu schmücken. Wer jedoch sicher gehen will, dass der Christbaum nicht schon vor den Feiertagen nadelt, sollte erst wenige Tage vor dem Fest den Baum an seinen späteren Bestimmungsort bringen. Am besten lagern Sie diesen zuvor in der Garage, im kühlen Keller oder draußen. Gut ist auch ein geschützter Lagerplatz, wo Regen- und Nebelfeuchte über ihn ziehen kann.

Dabei sollte er direkt ins Wasser gestellt werden. Tipp: Sägen Sie vom Stamm eine etwa 2 cm dicke Scheibe ab oder schneiden Sie ihn entlang der Rinde unten etwas an und stellen Sie ihn in einen wassergefüllten Eimer. So kann der Baum über die Leitungsbahnen direkt wieder Feuchtigkeit aufnehmen.

Wenn der Weihnachtsbaum draußen bei Minusgraden lagert und bereits gefroren ist, sollte dieser nicht direkt in die warme Wohnung gestellt und einem Temperaturschock ausgesetzt werden. Stattdessen sollte der Baum langsam aufgetaut und an die spätere Zimmertemperatur seines Aufstellortes gewöhnt werden. Dafür sollte der Baum ein bis zwei Tage in einem nicht so kalten Kellerraum, einem kühlen Wintergarten oder auch im Treppenhaus bleiben. Wenn er die Temperatur dann angenommen hat, kann er an den Ort seiner Bestimmung gebracht werden.

Bevor Sie den Baum schmücken, ist es ratsam, diesen einen Tag zuvor schon aufzustellen. So hat er Zeit, seine Äste in die richtige Position zu bringen, quasi etwas auszuhängen. Wenn dabei schon ein paar Nadeln abfallen, ist das kein Grund zur Sorge und auch kein Zeichen dafür, dass er nicht mehr frisch genug ist. Durch das Fällen ist der Baum „gestresst“ und wirft daher ältere Triebe und Nadeln ab.

Einmal aufgestellt, sollten Sie darauf achten, dass die Frische durch die richtige Pflege auch möglichst lange erhalten bleibt. Denn so wie ihre Zimmerpflanzen auch, braucht ein Weihnachtsbaum etwas Zuwendung, um nicht gleich einzugehen. Sobald er also in der Haltung steht, sollte dieser direkt wieder mit Wasser versorgt werden. Es empfiehlt sich ein Baumständer mit Wasserbehälter, über den der Baum mit Wasser versorgt werden kann. Gelegentlich wird empfohlen, Pflanzennahrung, etwas Zucker, Glyzerin oder Alkohol in das Wasser zu geben. All diese Mittel machen Tannenbaum und Co. aber nicht haltbar und verhindern auch nicht, dass der Weihnachtsbaum seine Nadeln fallen lässt. Reines Leitungswasser, täglich nachgefüllt, reicht hier zur Versorgung des Baumes mit Feuchtigkeit vollkommen aus. Solche Zusatzstoffe haben keinerlei Nutzen und insbesondere Glyzerin schadet dem Baum sogar. Gerade, wenn kleine Kinder oder Haustiere im Haushalt leben, sollten Sie auf einen chemischen Zusatz ohnehin verzichten und nur frisches Wasser verwenden.

Auch sollten Sie, damit die im Ständer und Baum gespeicherte Feuchtigkeit nicht zu schnell verdunstet, diesen nicht in unmittelbarer Nähe einer Heizung oder eines Kachelofens platzieren. Der beste Ort ist daher immer ein wind- und sonnengeschützter Platz in der Wohnung. Denn Wind und Wärme beschleunigen den Verdunstungseffekt. Auch hilft es, wenn es der Weihnachtsbaumschmuck zulässt, den Weihnachtsbaum und seine Nadeln ab und zu mit Wasser zu besprühen. Haarspray hingegen, wie von manchen zur „Fixierung“ verwendet, hilft nicht dabei, das Nadeln vorzubeugen. Sie können es also getrost bleiben lassen.


Alternativen, die nicht nadeln

Wer sich absolut nicht mit dem Nadel-Problem herumschlagen möchte, für den ist ein künstlicher Weihnachtsbaum vielleicht die bessere Wahl. Im Vergleich zur Auswahl vor einigen Jahren hat sich der Markt an Kunstbäumen deutlich vergrößert und es gibt immer mehr Variation, die sich in der Optik immer mehr dem natürlichen Original angleichen. Diese Bäume sind zumeist aus Kunststoff oder Metall und lassen sich durch praktisches Klapp- oder Aufspannsysteme aufstellen. Achten Sie beim Kauf eine Kunstbaumes auf TÜV-Siegel und darauf, dass sie aus schwer-entflammbaren Materialien gefertigt sind.


Wenn Sie auf den frischen Nadelbaumduft jedoch nicht verzichten möchten, ist ein Baum mit Topf inklusive Wurzelballen, der den Christbaum über die Wurzeln weiterhin mit Feuchtigkeit versorgt, die bessere Alternative. Durch diesen Ballen halten Weihnachtsbäume im Topf in warmen Räumen besser durch als die geschlagenen Exemplare. Voraussetzung ist aber auch hier, dass der Topf regelmäßig gegossen wird. Da der Christbaum so noch sein Wurzelwerk hat, kann er hinterher auch wieder im Garten eingegraben werden. Bei Tannenbäumen, wie der Nordmanntanne, klappt dies jedoch nicht immer, da diese Tiefwurzler sind und bei Entnahme des Wurzelballens aus der Erde oft das tiefe Wurzelgeflecht so sehr verletzt ist, dass ein späteres Einpflanzen von wenig Erfolg gekrönt wird.

Tipp: Es gibt es mittlerweile auch diverse Anbieter, die solche eingetopften Weihnachtsbäume verleihen. Mehr hierzu und auch, was Sie nach dem Fest mit dem Baum machen können, lesen Sie in unserem Magazinartikel Wie Sie Ihren Weihnachtsbaum entsorgen.


Was unternehmen Sie jedes Jahr gegen das vorzeitige Nadeln, haben Sie noch weitere erprobte Tipps? Oder stört es Sie vielleicht gar nicht, dass der Weihnachtsbaum nadelt? Wir freuen uns über Ihre Kommentare!


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