Ratgeber
Darauf sollten Sie beim Reinigen Ihres Grills achten

​Grill reinigen leicht gemacht

Iris Ahmad
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15.08.2018
|
6 Min Lesezeit
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Iris Ahmad
15.08.2018
|
6 Min Lesezeit

Nach jedem Grillvergnügen steht irgendwann auch immer die Reinigung Ihres Grills an. Wie Sie professionell einen Holzkohle- oder Gasgrill reinigen und was es beim Grill-Reinigen generell zu beachten gibt, erfahren Sie hier.


​Grill reinigen leicht gemacht

Grill von außen reinigen

Mit Spülmittel und heißem Wasser sind die meisten Fettspritzer und Ruß bereits leicht zu entfernen. Machen Sie dies am besten direkt nach dem Grillen, denn dann lassen sich die Spritzer mühelos beseitigen. Sonst entsteht eine dicke, oft schwer zu lösende Schicht, da sich dann bereits Blütenstaub, Pollen und andere Partikel ebenfalls festgesetzt haben. Für die Entfernung benötigen Sie dann möglicherweise ein spezielleres Reinigungsmittel.

Nehmen Sie bei Edelstahloberflächen keine Metallschwämme (wie Topfreiniger) oder grobe Bürsten, da hierdurch die Oberflächen verkratzen könnte. Emaillebeschichtungen sind etwas robuster, jedoch sollten Sie auch hier mit nicht allzu stumpfer Gewalt das Gehäuse reinigen. In aller Regel reicht etwas Spülmittel, warmes Wasser und ein Tuch oder ein weicher Schwamm um den Schmutz am Gehäuse zu entfernen.

Grillrost reinigen

Nach jedem Grillen sollten Sie Ihren Grillrost ausbrennen. Dies ist wohl die gängigste und auch einfachste Methode den Grillrost sauber zu bekommen. Dabei heizen Sie entweder den Grill direkt nach dem Grillen, oder vor dem nächsten Grilleinsatz an, und legen den Grillrost so lange auf, bis sämtliche Fett- und Speisereste verbrannt sind. Das hat den Vorteil, dass Sie nicht nur ganz ohne Wasser und Chemie auskommen, sondern gleichzeitig auch der gesamte Grillinnenraum sauber wird. Diese Reinigungsmethode durch Hitze funktioniert jedoch nur bei Grills mit Deckel.

So brennen Sie den Grillrost richtig aus:

1. Grill auf volle Leistung stellen und den Deckel des Grills schließen. Durch die hohen Temperaturen beginnen Schmutzablagerungen und Fettreste im Grill zu verbrennen.

2. Gerade zu Beginn des Prozesses wird die Rauchentwicklung noch etwas höher sein, mit der Zeit, wenn der meiste Dreck bereits verkohlt ist, nimmt diese ab. Ist kaum noch Rauch wahrzunehmen, ist dies ein guter Indikator dafür, dass der Prozess abgeschlossen ist.

3. Den Deckel öffnen und prüfen, ob sämtliche Rückstände verkohlt sind. Eine weiße Asche-Schicht sollte nun an den betroffenen Stellen zu sehen sein. Diese dann mit einer langstieligen Grillbürste (Gusseisenrost: Messingbürste, Edelstahlrost: Edelstahlbürste) entfernen.

Alternative Methoden, die Grillrost zu reinigen

Alufolie

Mit zusammengeknüllter Alufolie können Sie analog zu einer Grillbürste grobe Reste vom abgekühlten Grillrost entfernen. Der Reinigungserfolg hängt hier jedoch vom Verschmutzungsgrad des Grillrosts ab und ob der Rost bereits ausgebrannt wurde oder nicht.

Nasses Zeitungspapier

Eine lange Zeit propagierte Praktik ist die des Einwickelns in nassem Zeitungspapier. Dabei wickeln Sie den Grillrost einfach in das Papier und wässern Sie anschließend das Paket ordentlich.

Das Ganze lassen Sie dann für einige Stunden (am besten über Nacht) ruhen, und am nächsten Morgen können Sie den Grillrost mit einem feuchten Tuch abwischen. Diese Methode ist jedoch nur für verchromte und emaillierte Grillroste zu empfehlen. Die meisten hochwertigen Roste sind heutzutage jedoch aus Gusseisen, bei denen Sie diese Reinigungsart keinesfalls anwenden sollten. Auch kann die für den Druck verwendete Tinte gelegentlich auf den Rost abfärben, was zu weiterem Reinigungsaufwand führt.

 

Sonderfall Gusseisenrost

Gusseisenroste sollten eigentlich nur ausgebrannt und nach Möglichkeit nie nass werden, da das Material Feuchtigkeit zieht und dadurch Korrosion entstehen kann. Da dieses Material auch von innen heraus rostet, ist es meist zu spät, wenn der Rostbefall bemerkt wird. Sollten Sie doch alljährlich einmal den Rost gründlich reinigen wollen, können Sie den Grillrost mit einem leicht angefeuchteten Grill-Reinigungsschwamm reinigen. Danach muss der Rost unbedingt an der Luft trocknen oder ausgebrannt werden, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Anschließend sprühen Sie den Rost mit einem Pflegespray, zum Beispiel dem Weber Pflegespray, ein und brenne diesen nochmals aus. So wird dauerhaft für eine schützende Patina auf dem Rost gesorgt.

Grill- oder Ofenreiniger

Um den Grill zu reinigen kann man natürlich auch auf spezielle Grill- oder Backofenreiniger zurückgreifen. Nach etwas Einwirkzeit lassen sich dann alle eingebrannten Fett- und Speisereste mit einem Scheuerschwamm unter fließendem Wasser entfernen. Bei Gusseisenrosten sollte dieses Vorgehen aus oben genannten Gründen ebenfalls nicht die erste Wahl sein. Beachten Sie auch stets die Hinweise auf dem Reinigungsmittel!

Kaffeesatz

Ein wahres Peeling für den verkrusteten Grillrost ist die Behandlung mit Kaffeesatz. Hierzu einfach mit dem feuchten Kaffeepulver und einem Schwamm den Rost abschrubben, gegebenenfalls zwischenzeitlich kurz einweichen lassen und erneut mit dem Kaffeepulver weiterschrubben. Schließlich mit klarem Wasser abspülen. Aufgrund des hohen Wassereinsatzes ist diese Methode ebenfalls nicht für Gusseisen geeignet.

Natron

Sie können den Grillrost kann auch mit einer Natronlauge reinigen. Die Lauge können Sie aus 50 g Natron auf 1 Liter warmes Wasser ansetzen und in eine Sprühflasche füllen. Ziehen Sie sich Gummihandschuhe an, legen den Rost auf alte Zeitungen und besprühen Sie den Grillrost mit der Lauge. Die Lauge mindestens eine Stunde (am besten über Nacht) einziehen lassen. Anschließend abspülen und mit einem Schwämmchen abschrubben.

Reinigungsschwamm

Wer weder einen Reiniger verwenden noch auf Zeitungspapier zurückgreifen will, kann auch auf einen Grill-Reinigungsschwamm zurückgreifen. Diese Schwämme werden in warmes Wasser getunkt und können dann sofort verwendet werden. Die dunklen größeren Schwämme sind für die schwierigen Problemfälle wie Verkrustungen, welche sich im Grillinneren oder auf lange nicht gereinigten Grillrosten befinden, geeignet. Komplett ohne chemische Reiniger wird ein Zustand wiederhergestellt, der sich sehen lassen kann.

Innenraumreinigung

Alles was unterhalb des Grillrostes ist, sollten Sie spätestens bei einer unansehnlichen Optik oder unangenehmen Gerüchen, mindestens jedoch 1-2 Mal im Jahr, reinigen. Je nachdem, wie oft Sie grillen, sollte dies sogar noch öfter geschehen. Sinnvoll ist es dann, den Grill in seine Einzelteile zu zerlegen, um auch an schlecht erreichbare Stellen zu kommen und auch Verschraubungen und ähnliches reinigen zu können. Kleinteile, wie Schrauben und Co. legt man in ein Bad aus warmer Seifenlauge. Auch Grillzubehör aus Edelstahl oder Chrom können so richtig gereinigt werden. Dann gut abspülen und trocknen lassen, bevor diese wieder eingebaut werden.

Kleine Ritzen und schlecht erreichbare Stellen können Sie gut mit einem Zahnstocher oder Schaschlikspieß reinigen. Wenn Sie einen Gasgrill reinigen ist es auch wichtig, den Brenner sorgfältig zu säubern. Entweder bauen Sie dazu diesen, die Brennerabdeckungen und die Aromaschienen aus und reinigen diese mit einer milden Spüllauge von Hand oder Sie brennen diese wie oben beschrieben aus.

Achtung: Wenn Sie einen Gasgrill reinigen, stets darauf achten, dass die Gaszufuhr definitiv abgedreht ist!

Die Gründe, warum Sie ihren Grill regelmäßig, sowohl von außen als auch innen reinigen sollten, liegen nicht nur in einer appetitlicheren Optik.
Allein schon aus hygienischen Gründen sollten Sie auf die regelmäßige und gewissenhafte Grillpflege Wert legen. Denn Essens- und Fettrückstände bilden einen willkommenen Nährboden für Schimmelpilze. Zudem können sich Fettablagerungen und Eingebranntes beim nächsten Mal auf das frische Grillgut absetzen.
Gleichzeitig sind diese Verschmutzungen auch schlecht für das verbaute Material, da sich jene in das Material einfressen und dort bleibende Schäden hinterlassen oder die Funktion des Grills einschränken. Ein stark verschmutzter Brenner eines Gasgrills kann beispielsweise zu Defekten und Fehlzündungen führen und den Grill letztlich unbrauchbar machen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr eines Fettbrandes, die von einem stark mit Verkrustungen verschmutzten Grill ausgeht. Tropft das flüssige Fett nämlich in den Brenner, kann der Grill schnell in Flammen stehen.

Mit einer regelmäßigen Grillpflege sorgen Sie also für eine längere Lebensdauer und bessere Grillergebnisse.

Alles über die Grill-Pflege haben wir in unserem Expertenflyer für Sie zusammengestellt:

Grill-Pflege – Expertenflyer von Garten&Freizeit

Wichtig: Lesen Sie immer auch die Gebrauchsanweisung und die Hinweise zur Pflege und Reinigung Ihres Grills und halten Sie sich im Zweifel an die angegeben Hinweise.

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Iris Ahmad
verfasst von Iris Ahmad

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