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Feuerschale als Grill

Wenn die Tage im Oktober kürzer und die Abende kälter werden, wintern viele ihre Feuerschalen, Grill und Co. bereits ein. Dabei ist eine solche Schale gerade im Herbst optimal, um die Herbstabende gemütlich im Garten zu verbringen. Lesen Sie hier, worauf Sie beim Kauf einer Feuerschale achten sollten und wie Sie eine Feuerschale als Grill verwenden können.

Eine Feuerschale ist eine kompakte, transportable Feuerstelle für den Garten. Da hier die Möglichkeit gegeben ist, kleine Holzmengen kontrolliert und sicher abbrennen zu lassen, ohne dass zu große Flammen entstehen, werden Feuerschalen gerne anstelle eines „richtigen“ Lagerfeuers verwendet. Mit dem richtigen Zubehör (Grillrost, Aufsätze) können diese Schalen aber auch als Holzkohlegrill verwendet werden - rustikales Ambiente inklusive. Zusätzlich kann man hier wie bei einem klassischen Lagerfeuer aber auch Brot (Rezept: Das perfekte Stockbrot-Rezept), geröstete Marshmallows und Co. stilecht zubereiten.

Welche Feuerschalen sich als Grill eignen

Die Materialvielfalt bei Feuerschalen und Feuerkörben reicht von Keramik und Ton über Gusseisen, Stahl und Edelstahl bis hin zu edlen Modellen aus Glas. Bei der Auswahl der optimalen Feuerstelle, vor allem wenn diese zusätzlich als Grill Verwendung finden soll, gibt es jedoch einige Punkte zu berücksichtigen.
Feuerschalen aus Keramik, Terrakotta und Ton bestechen durch einen niedrigen Preis und eine schöne, dekorative Optik, die jeden Garten sofort aufwertet. Allerdings sind diese Materialen nicht besonders hitze- und wetterbeständig. Die offenporige Oberfläche lässt leicht Wasser eindringen, welches sich bei Entstehung von Wärme ausdehnt und kleine Risse und Sprünge verursachen kann. Es wird daher empfohlen, diese Materialien bei Regen unter Dach zu stellen und sie im Winter nicht über längere Zeit im Freien stehen zu lassen. Damit die Feuerschalen nicht beschädigt werden, ist es außerdem äußerst ratsam einen Brennstoff mit einer niedrigen Hitzeentwicklung zu wählen. Geeignet sind hier beispielsweise Bioethanol oder Brenngel, da diese bei kleineren Temperaturen fast rauch- und geruchsfrei abbrennen und so gut wie keine Rückstände bilden. Allerdings reicht die dadurch entstehende Wärme nicht annähernd an die von Holz oder Holzkohle heran. Schalen aus Terrakotta, Ton oder Keramik eignen sich daher weniger gut als Grillersatz, sind aber ideal, um den Garten auch in den Abendstunden zu einem besonderen Blickfang zu machen und eine romantische, gemütliche Atmosphäre zu kreieren.

Als Grill geeignet sind daher nur Feuerschalen aus Gusseisen, Stahl oder Edelstahl. Alle diese sind in der Anschaffung zwar etwas teurer, aufgrund ihrer extremen Hitze- und Wetterbeständigkeit aber auch zum Grillen geeignet. Eine Überwinterung im Freien oder auf der Terrasse stellt absolut kein Problem dar und auch Regen und Nässe schaden dem Material nicht. Bei vielen Feuerschalen ist zudem ein Ablaufloch vorhanden, welches gewährleistet, dass Regenwasser abfließen kann und nicht in der Schale stehen bleibt. Bei Feuerschalen aus Gusseisen entsteht durch die Witterung oft eine sogenannte Rostpatina. Diese Schicht ist kein Qualitätsmangel und von vielen Feuerschalen-Besitzern sogar oft erwünscht, da er der Schale eine natürlich-rustikale Optik verleiht. Wer es jedoch lieber elegant-modern mag, ist mit einer Feuerstelle aus Edelstahl besser beraten.

Vergleichbar mit den runden, flachen Feuerschalen sind die sogenannten Feuerkörbe, die sich von der klassischen Feuerschale etwas unterscheiden. Diese kelchförmigen Körbe bestehen meist aus einem Metallgeflecht und einer Auffangschale für die nach und nach aus dem Korb fallende Asche. Auch diese Feuerkörbe können gelegentlich mit einem Grillrost versehen werden, so dass auch diese Feuerstellen als Grill umfunktioniert werden kann.


Das optimale Brennmaterial für die Feuerschale als Grill

Als Brennmaterial für Feuerschalen eignet sich klassischerweise Brennholz. Wer sich für die klassischen Holzscheite entscheidet, sollte darauf achten, dass diese nicht zu groß, sauber, trocken und unbehandelt sind. Kenner raten daher auch oft zum Abbrennen von Birkenholz, da dieses praktisch keinen Rauch entwickelt. Generell haben Laubhölzer wie Birke auch einen höheren Brennwert und bilden eine bessere Glut als Nadelhölzer. Gute Voraussetzungen also für einen langen Grillabend. Nadelhölzer wiederum erzeugen durch ihr enthaltenes Harz mehr Lagerfeueratmosphäre, was sich in stärkerem Knistern beim Verbrennen und einer helleren Flamme zeigt. Allerdings ist diese Atmosphäre mit einem höheren Funkenflug verbunden, was wiederum ein Sicherheitsrisiko darstellt. Generell ist daher zu empfehlen, Hölzer mit geringem Harzgehalt zu wählen, wie eben Birkenholz, Eichenholz oder Buchenholz.Die Feuerschale sollte zudem niemals höher als 1 Meter mit Holz gefüllt werden. Wer keine Holzscheite verwenden möchte, kann auch auf Holzbriketts oder die klassische Grillkohle zurückgreifen. Gerade zum Grillen ist dieser klassische Brennstoff auch in einer Feuerschale eine sehr gute Wahl.

Sind Feuerschalen genehmigungspflichtig?

Im Gegensatz zu Lagerfeuern ist das Betreiben von Feuerschalen in der Regel nicht genehmigungspflichtig.
Feuer in Feuerschalen gelten aufgrund ihrer geringeren Größe und des kontrollierten Abbrennens in der Schale als Gemütlichkeits- oder Wärmefeuer und sind bei einer Größe von
unter 100 cm im Durchmesser von einer Genehmigung befreit. Die meisten Modelle für den Garten sind ohnehin innerhalb dieser Größenordnung. Als „nicht genehmigungsbedürftige Anlagen“ können diese Feuerschalen dann auch als Grill genutzt werden. Liegt der Durchmesser über dieser Grenze ist eine behördliche Genehmigung jedoch unausweichlich.

Wichtig bei der genehmigungsfreien Verwendung von Feuerschalen ist jedoch die
Einhaltung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) sowie der jeweiligen Landes-Immissionsschutzgesetze. Das heißt, die Verwendung von Feuerschalen und Feuerkörben darf nicht zum Zweck der Abfallbeseitigung erfolgen, auch die Verbrennung von Pflanzenabfällen wie Baum- und Strauchschnitt ist hierbei verboten. Abgebrannt werden dürfen nur zugelassene Brennmaterialien wie oben bereits erwähnt.
Generell sind Feuerschalen auch so zu betreiben, dass die
direkte Umgebung weder gefährdet noch erheblich belästigt wird. Unkontrollierter Funkenflug sowie zu starke Rauchentwicklung (zum Beispiel durch Holz mit zu hoher Restfeuchtigkeit) muss daher (wie auch beim normalen Grillen) unbedingt vermieden werden. Insbesondere wenn soziale Einrichtungen, Schulen, Krankenhäuser in der Nähe sind, ist noch mehr als sonst darauf zu achten, dass der Geruch und Rauch weder eine Gefahr noch eine Belästigung darstellt.

Wer Mieter oder Pächter (insbesondere bei Schrebergartenkolonien) ist, muss zudem sicherstellen, dass das Betreiben einer Feuerschale im Freien überhaupt erlaubt und nicht durch die Hausordnung bereits von Vornherein verboten ist.

In
Sommern mit langen Trockenperioden sollten Sie vor der Planung eines Grillabends mit der Feuerschale zudem darauf achten, ob bereits Waldbrandstufen ausgerufen wurden. Denn ist hier mindestens die Stufe II verkündet worden, ist jegliche Art von Feuer im Garten Tabu. Die Brandgefahr, die von ausgetrockneten Sträuchern oder Böden ausgeht, ist hierbei einfach zu groß und ein Feuer – wie kompakt es auch sein mag - im Garten daher gesetzlich verboten.

Sicherheit an erster Stelle beim Grillen mit der Feuerschale

Zwar ist eine Feuerschale immer noch sicherer als ein Lagerfeuer, aber auch der Einsatz einer Feuerschale ist ein offenes Feuer im Garten, das Risiken birgt. Gerade wenn die Feuerschale und -korb zusätzlich als Grill genutzt werden und man sich der Feuerstelle daher oft nähern muss, gilt stets und noch mehr als bei „normalen“ Grills: Vorsicht ist besser als Nachsicht! So sind beim Grillen mit einer Feuerschale daher Folgendes stets zu beachten.

Die richtige Standortwahl

  • Die Feuerschale muss stabil, wackelfrei und auf einem nicht-brennbaren Untergrund aufgestellt werden: Ein geeigneter Untergrund sind Fliesen, Stein und Rasen. Damit der Rasen durch die Hitze nicht leidet, sollte diese vorher immer gut gewässert werden. Nicht geeignete Untergründe sind Holzböden und Teppiche (auch keine Outdoorteppiche!)


  • Aufgrund des potentiellen Funkenflugs ist ein Mindestabstand von 5 Metern zu Gebäuden (dazu zählen in diesem Fall auch Gartenhäuser und Carports) und brennbaren Materialien (Gartenmöbel, Sträucher) unbedingt einzuhalten! Feuerschalen sollten Sie daher auch nicht unter einem überdachten Unterstand oder in Grillhütten verwenden!


  • Wie fürs Grillen mit „normalen“ Grills gilt: Verwenden Sie beim Anzünden des Feuers nur Kohle- und Grillanzünder bzw. Holzspäne! Greifen Sie hierbei niemals zu Brandbeschleunigern, wie Spiritus, Benzin oder ähnliches zurück, da hier Explosionsgefahr besteht!


Wenn das Feuer einmal angeschürt ist, gilt


  • Feuerschalen - solange nicht gelöscht - niemals unbeaufsichtigt lassen!


  • Abstand halten!
    Gerade beim Grillen mit einer Feuerschale kommt man der Feuerstelle näher als sonst. Daher sollten Sie darauf achten, dass leicht flatternde Kleidung nicht in die Nähe des Feuers kommen kann und Sie generell immer genügend Abstand halten.


  • Feuerschalen sind immer von Kindern fernhalten bzw. so aufzustellen, dass Kinder bei Spielen und Herumtoben nicht zwangsläufig in die unmittelbare Nähe der Feuerstelle geraten. Kinder beim Spielen im Garten daher auch nie unbeaufsichtigt lassen! Auch wenn die meisten Tiere Feuer instinktiv meiden, sollte man auch darauf achten, dass Haustiere weit genug entfernt bleiben.


  • Löschmittel in der Nähe haben!

Um am Ende des Grillabends das Feuer bzw. die Glut löschen zu können oder wenn die Flammen oder Funkenflug außer Kontrolle geraten, stets ein geeignetes Löschmittel wie einen Eimer Wasser oder Sand bzw. eine Löschdecke oder einen Feuerlöscher in Griffweite bereitstehen haben!

  • Funkenflug im Auge behalten!

Sogenannte Funkenfluggitter halten den Funkenflug etwas im Zaum und sind daher stets zu empfehlen. Bei aufkommendem starken Wind oder bereits zu starkem Funkenflug das Feuer immer sofort löschen!


Besitzen auch Sie einen Feuerkorb oder Feuerschale? Nutzen Sie die Feuerschale auch als Grill oder „nur“ als Wärme- und Lichtspender? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!


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