Rund ums Grillen
Kulinarisches
Wie Sie Ihren Kohlegrill in einen Smoker verwandeln!

Smoken mit dem Kugelgrill

Alexandra Lindert
|
24.09.2017
|
5 Min Lesezeit
TODO:
Alexandra Lindert
24.09.2017
|
5 Min Lesezeit

Sie möchten den großen Trend des Smokens ausprobieren, haben aber keinen professionellen Smoker zur Hand? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Kugelgrill zu einem Smoker umfunktionieren können!

Smoken mit dem Kugelgrill

Zartestes Fleisch, welches auf der Zunge zergeht, kombiniert mit einem unwiderstehlichen, rauchigen Aroma. Ein solches Ergebnis lässt sich nur durch die sogenannte „Low and Slow“-Methode erreichen.

Wer denkt, man bräuchte hierfür einen professionellen Smoker, der täuscht sich. Auch ein gewöhnlicher Holzkohlegrill kann zum Smoker umfunktioniert werden – wenn man ein paar Dinge beachtet und etwas Geduld mitbringt.

Der Hauptunterschied zwischen einem Smoker und einem Holzkohlegrill ist, dass ein Smoker das Feuer vom Essen fernhält und mithilfe indirekter Hitze das Fleisch durch Rauchzufuhr gart.

Ein Smoker hält das Feuer und die Temperatur niedrig genug, um das Fleisch  bei  Temperaturen von etwa  120 Grad zu garen. Ein Grill eignet sich eher dafür, Grillgut sehr heiß und schnell zu garen.  Wenn Sie das Feuer jedoch klein und auf einer Seite des Grills halten, können Sie niedrige Temperaturen erzeugen und so die Funktion  eines  Smokers nachahmen.  Um den Raucheffekt zu steigern sollten spezielle Räucherchips zu den Kohlen hinzugegeben werden.

Wir wollen Ihnen heute an einem Beispiel zeigen, wie das geht. Dazu haben wir zum einen Apfelholz-Räucherchips und zum anderen Whiskeyfass-Räucherchips ausgewählt.  Die verschiedenen Holzarten eignen sich für unterschiedliche Fleischsorten. Zu Apfelholz passt beispielsweise Geflügel und Fisch sehr gut, zu Eiche mit Whiskey eher Lamm, Rind und Schwein. In unserem Artikel „Räucherholz-Sorten im Überblick“ finden Sie umfassende Informationen hierzu.

Wir möchten heute mit dem Picknickgrill Smokey Joe von Weber und den Räucherpellets von Jack Daniels Bratwürste und Spareribs vom Schwein sowie Kartoffeln smoken. Weitere interessante Facts über diesen Grill finden Sie in unserem Artikel „Minigrills im Test“
Mit dem großen Classic BBQ von Jamie Oliver und Apfelholz-Räucherchips smoken wir Dorade, Camembert und Zucchinischeiben.

Räucherchips und Räucherpellets vorbereiten:

Da die Räucherchips unbehandelt zu schnell verbrennen würden, müssen diese vorher befeuchtet werden. Hierfür können je nach Geschmack Wasser, aber auch Bier oder Wein verwendet werden. Wir haben die Apfelholzchips 15 Minuten in Weißwein eingelegt, da dies gut zu Fisch und Käse passt. Die Pellets müssen hingegen nicht aufbereitet werden, sie können direkt verwendet werden.

Kohle anzünden und Räucherchips hinzugeben:

Entfernen sie zuerst den Rost vom Grill und türmen Sie die Kohlen nur auf die Hälfte des Grills, an der auch die Belüftungsöffnung angebracht ist. Öffnen Sie diese Belüftungsöffnung komplett. Zünden Sie die Kohlen mithilfe von Grillanzündern an und warten Sie bis diese vollständig durchgeglüht sind. Bereiten Sie währenddessen ihr Grillgut vor und legen Sie das Fleisch auf den Grillrost. Vermeiden Sie die Verwendung von Alufolie o.ä., diese kann das Räucherergebnis negativ beeinflussen. Erst wenn die Kohlen durchgeglüht sind, können die Räucherchips oder Räucherpellets hinzugegeben werden. Streuen Sie einfach etwa ein Hand voll auf die glühenden Kohlen.

Legen Sie den Rost mit dem Grillgut unverzüglich auf den Grill – der Räucherprozess setzt mit der Rauchentwicklung der Räucherchips ein und dauert etwa nur 15 Minuten an.

Deckel schließen und Luftschlitz einstellen: 

Nachdem der Rost eingelegt wurde, sollte der Grill mit dem Deckel verschlossen werden und die Belüftungsöffnung am Deckel geöffnet werden. Die Belüftungsöffnungen sollten so eingestellt werden, dass möglichst viel Luft an die Kohlen gelangt.

Stellen Sie sicher, dass der Luftstrom beim Räucherprozess als erstes durch die Kohlen, danach am Fleisch vorbei zieht und zuletzt durch die Belüftungsöffnung im Deckel wieder entweicht.

Garprozess

Die Garzeit beim Smoken ist in der Regel sehr viel länger als beim klassischen Grillen. Bei unserer Methode verlängert sich diese jedoch nur um wenige Minuten. Da der Rauch in diesem Fall durch direkte Hitze erzeugt wird (nicht wie in einem Smoker durch indirekte Hitze) kann das Grillgut nach einiger Zeit auch gewendet werden. Wundern Sie sich nicht, wenn die Rauchentwicklung irgendwann nachlässt. Geben Sie keinen weiteren Räucherchips in den Grill, das könnte das Grillgut bitter machen.

Fazit zum Smoken mit dem Kugelgrill:

Das wichtigste ist natürlich der Geschmack und der hat uns wirklich überzeugt! Die Apfelholzräucherchips haben dem Fisch und dem Käse ein feines Raucharoma verliehen. Der Fisch war außerdem außen knusprig und innen zart. Wer einen stärkeren, dominanten Rauchgeschmack bevorzugt, dem seien die Räucherpellets von Jack Daniel’s empfohlen. Nur eine Handvoll von den Pellets genügt, um ein vollmundiges Räucherergebnis zu erzielen. Die Bratwürste und Kartoffeln waren sehr lecker; die Spareribs möchten wir das nächste Mal langsamer und bei niedrigerer Hitze garen, da das Fleisch etwas zäh war.
Allgemein funktionierte das Smoken mit dem Kugelgrill völlig problemlos und war kinderleicht. Jedoch kann das Ergebnis vielleicht mit dem Geschmack, aber nicht wirklich mit der Konsistenz des Fleisches aus einem Smoker mithalten. Uns fehlt das butterweiche Fleisch, welches von selbst vom Knochen fällt, das man vom klassischen Smoker kennt. Mit dem richtigen Grillgut, also schnell garendes Fleisch, wie zum Beispiel Geflügel und Fisch, kann man dieses Problem aber umgehen. Auch bei Gemüse, Brot und Käse stellt dies kein Hindernis dar.
Der um einiges geringere Zeitaufwand macht den minimalen Qualitätsmangel unserer Meinung nach wieder wett und wir freuen uns schon auf unser nächstes Räucher-Menü aus dem Kugelgrill!
Haben Sie Lust bekommen, auch mit Ihrem Kugelgrill zu smoken? Wir freuen uns über Ihre Erfahrungen und Tipps im Kommentarfeld!

Interessante Magazinartikel zum Thema Grillen


Alexandra Lindert
verfasst von Alexandra Lindert

Kommentare (0)