Garten & Lifestyle
Ratgeber
Gartentrends
Nie wieder bücken zum Pflücken!

​Hochbeete

Eva Haltmayr
|
30.01.2017
|
10 Min Lesezeit
TODO:
Eva Haltmayr
30.01.2017
|
10 Min Lesezeit

Warum sind überhaupt so viele Gärtner von Hochbeeten begeistert? Weil ein Hochbeet eine großartige Sache ist, um Pflanzen und Kräuter selbst zu ziehen! Lesen Sie hier, was Sie vor der Anschaffung beachten sollten und wie Sie ganz einfach, selbst ein Hochbeet bauen können.

​Hochbeete

Warum sind überhaupt so viele Gärtner von Hochbeeten begeistert?

Hochbeete sind großartig, um Pflanzen und Kräuter selbst zu ziehen, auch wenn Sie nur wenig Platz zur Verfügung haben. Ein solches Gartenbeet kann in Größe und Ausführung genau an Ihren Bedarf angepasst werden. Weitere Vorteile von Hochbeeten sind eine bequeme Arbeitshöhe, vielzählige Gestaltungsmöglichkeiten und eine flexible Standortwahl.

Der Anbau von Gemüse ist somit auch auf ungünstigen, nährstoffarmen Böden, wie felsigem Untergrund und sogar auf gepflasterten Höfen möglich. Gärtner mit einem großen Garten, sowie Besitzer eines kleinen Balkons, profitieren gleichermaßen von dieser Art des Anbaus. Die Sonneneinstrahlung von mehreren Seiten und die Zersetzungsprozesse erzeugen Wärme und erhöhen die Bodentemperatur im Hochbeet um fünf bis acht Grad Celsius. Die Pflanzen wachsen deshalb schneller und die Anbau-Saison dauert länger an.

Ein Hochbeet eignet sich daher auch ideal als Frühbeet. Außerdem setzt der Verrottungsvorgang viele Nährstoffe frei. Auf zusätzlichen Dünger können Sie daher in der Regel verzichten.

Was sollte ich vor der Anschaffung eines Hochbeetes beachten?

Bevor Sie viel Zeit, Geld und Aufwand in den Kauf oder Bau eines Hochbeetes investieren, sollten Sie einige wichtige Punkte beachten.

Sie wünschen sich ein größeres und optisch ansprechendes Beet? Dann sollte Ihnen bewusst sein, dass das Projekt „Hochbeet“ mit erheblichen Kosten verbunden ist. Hier spielt es fast keine Rolle, ob Sie es im Gartencenter kaufen oder selbst bauen. So sparen Sie sich durch den Kauf vielleicht etwas Zeit, aber nicht unbedingt mehr Geld.

Wann und wo kann ich ein Hochbeet aufstellen?

Um sich den Wunsch eines Hochbeetes zu erfüllen gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie entscheiden sich für den Kauf eines Kastenbeetes oder Sie bauen sich selbst eines. Zweiteres bringt sicherlich einen höheren Zeitaufwand mit sich. Egal, für welche Option Sie sich entscheiden , die beste Zeit, um ein Hochbeet anzulegen, ist der Herbst oder das Frühjahr. Ein Hochbeet sollte zudem stets eine Nord-Süd-Ausrichtung haben. Das heißt, dass die kurzen Seiten in Richtung Osten und Westen zeigen. Denn so nutzen Sie das Sonnenlicht bestens aus.

Was sind die optimalen Maße für das Arbeiten im Hochbeet?

Damit die Arbeit im Stehen möglichst bequem und rückenschonend erfolgt, kommt es auf die richtige Arbeitshöhe und -breite an. Nicht breiter als 130 Zentimeter und nicht höher als 120 Zentimeter sollte das ideale Hochbeet sein. Da ein Beet üblicherweise 80 cm hoch ist, erreichen Sie so beim Gärtnern noch leicht die Mitte des Beetes. Eine Länge von 200 Zentimetern ist zu empfehlen, da Sie zum Erdaustausch hineinsteigen und die Komposterde dann bequem von innen herausschaufeln können. Die längeren Seitenwände des Hochbeetes müssen eventuell mit Pfählen in regelmäßigem Abstand stabilisiert werden, denn sonst biegen sich die Wände durch und der Rahmen hält dem großen Innendruck nicht stand.

Wie finde ich das richtige Material für mein Hochbeet?

Holz

Generell eignen sich sehr widerstandsfähige Hölzer wie Lärche, Robinie oder Teak für Hochbeete besonders gut. Fichtenholz ist eine recht günstige, jedoch keine sehr widerstandsfähige Holzvariante. Nässe und Kälte lassen Fichte schnell spröde werden. Dies führt dazu, dass das Holz schneller vermodert. Möchten Sie dennoch Fichtenholz verwenden, sollte dies kesseldruckimprägniert sein. Bevorzugen Sie hier geschütztere Standorte für Ihr Hochbeet, wie zum Beispiel eine überdachte Terrasse.

Ein Hochbeet aus Eiche, Teak oder Robinie wäre in dieser Hinsicht robuster, ist jedoch preislich gesehen kaum erschwinglich. Spitzenreiter im Bereich Preis-/Leistungsverhältnis ist Lärchenholz. Trotz günstigem Preis ist das Holz massiv und widerstandsfähig. Die Qualität des Holzes ist deshalb ideal für zahlreiche Outdoor-Produkte, wie etwa Gartenbänke und Tische und eben auch Hochbeete.

Hochbeet aus Holz Hochbeet aus Holz

Sollten Sie sich für dieses Material entscheiden, so finden Sie hier die passende Bauanleitung:

Um ein Hochbeet aus Holz zu bauen, braucht es je nach Bedarf 2,5 bis 5 Zentimeter dicke Holzlatten für die Seitenwände sowie Kanthölzer oder Pfosten für die Stabilisierung. Außerdem noch Teichfolie und Kaninchengitter. Die Innenwände sollten Sie mit der Folie auskleiden, damit diese nicht direkt mit der Füllung in Berührung kommen. So hält das Holz länger und verwittert nicht von innen heraus. Vergessen Sie nicht, ein engmaschiges Drahtgitter auf der Grundfläche im Hochbeet auszulegen. Dies verhindert das Eindringen von Wühlmäusen und Maulwürfen. Liegen dann auch noch Holzschutzfarbe, Schrauben und entsprechende Werkzeuge bereit, kann es losgehen.

So gehen Sie vor:

  • Mit Pfosten und Maurerschnur wird die Fläche für das Hochbeet abgesteckt.
  • Stechen Sie eine Grasnarbe und heben Sie eine Grube aus, die circa 20 bis 30 Zentimeter tief ist. Den Boden tragen Sie auf der gesamten Beetfläche rund 25 Zentimeter tief ab.
  • Jetzt können Sie die Pfosten setzen: Wenn Sie keine Bodenhülse verwenden, sollten die Holzpfosten mindestens 30 Zentimeter tief in die Erde schlagen
  • Nun kann die Arbeitshöhe festgelegt werden: Gehen Sie von dem niedrigsten Pfosten aus und kürzen alle anderen Pfosten auf dieses Maß. Hier helfen Ihnen eine gespannte Maurerschnur oder eine lange Wasserwage.
  • Tragen Sie spätestens jetzt, falls nicht vorher schon passiert, eine Holzschutzlasur auf die Pfosten auf.
  • Die ersten Bretter können mit fünf Zentimetern Abstand zum Boden montiert werden. Verschrauben Sie diese gut.
  • Versichern Sie sich mit einer Wasserwage, dass die Bretter im Wasser sind.
  • Ist die zweite Bretterreihe montiert, können Sie das Gitter zum Schutz vor Maulwürfen und Wühlmäusen befestigen. Tackern Sie dieses ca. 25 bis 30 Zentimeter vom Boden entfernt an den Brettern fest.
  • Die restlichen Bretter können angebracht und beidseitig mit Holzschutz versehen werden
  • Die Metallkappen für die Pfosten sollten Sie für den Regenschutz nicht vergessen. Diese sorgen für einen optisch sauberen Abschluss und verlängern zudem die Haltbarkeit der Pfosten.
  • Kleiden Sie das Hochbeet innen mit Teichfolie aus und befestigen Sie diese mit dem Tacker am oberen Rand. Eine kleine, ca. 15 Zentimeter große Fläche der Folie sollte auf dem Erdboden aufliegen, aber nicht den Boden des Beets komplett abdecken.
  • Das Hochbeet kann nun schichtweise befüllt und anschließend bepflanzt werden. Alles zur richtigen Bepflanzung, lesen Sie weiter unten.
Experten Tipp
Wählen Sie Einschlagbodenhülsen für Ihre Pfosten. Das schützt das Holz vor aufsteigender Feuchtigkeit. Lassen Sie die Oberfläche des Holzes sägerau. Dann ist Ihr Gemüse im Hochbeet vor gefräßigen Schnecken sicher. Alternativ hilft gegen die kleinen Kriechtiere eine Kante aus Blech an der Oberkante oder auf halber Höhe des Beetes. Sorgen Sie für einen ebenen Untergrund. Dann kann das Wasser gleichmäßig im Hochbeet ablaufen.Platzieren Sie Ihr Hochbeet bestenfalls in Reichweite des Gartenschlauchs. Dann fällt das Wässern leicht und Sie müssen keine Gießkannen schleppen.

Stein

Stein als Baumaterial für Hochbeete ist ebenfalls eine hervorragende Wahl . Es ist absolut witterungsbeständig, fäulnisresistent und isoliert gut. Wichtig ist, dass das Betonfundament mindestens 80 Zentimeter tief gegründet werden muss, um eine Frostsicherheit zu gewährleisten.

Wer noch nie selbst gemauert hat, sollte möglichst große Steine verwenden – damit geht es dann am einfachsten und schnellsten. Die oberste Steinreihe sollten Sie mit Silikon verfugen. So dringt kein Wasser in die Mauer ein. Alternativ können Sie für den Abschluss Abdeckplatten auf einem dünnen Mörtelbett befestigen.

Auch bei Steinwänden ist eine Auskleidung mit Teichfolie oder Noppenfolie von innen sinnvoll. Sie verhindert, dass Feuchtigkeit durch den Stein sickert und Ihr Hochbeet unansehnlich macht. Die Außenseiten sollten Sie zudem verputzen.

Metall

Auch Metall kommt als Baumaterial für Hochbeete infrage. Geeignet sind zum Beispiel verzinkte Wellblechplatten. Diese werden an vier Eckpfosten aus Holz geschraubt.

Das Wellenprofil sorgt für eine gute Stabilität, so dass sich die Platten auch bei hohem Druck nicht durchbiegen. Ein kleiner Nachteil entsteht durch das Metall dennoch: Durch die gute Kälte- und Wärmeleitung, kann sich in kälteren Monaten der Prozess der Verrottung im Hochbeet verzögern.

Wie befülle ich das Hochbeet richtig?

Wenn man es genauer betrachtet ist das Hochbeet eine Art Komposter. Denn es muss nicht zwangsläufig die gesamte Fläche mit hochwertiger Blumenerde gefüllt werden. Und das spart Geld. Um eine optimale Nährstoffversorgung für Ihre Pflanzen zu gewährleisten, empfiehlt sich ein schichtweiser Aufbau. Sie nutzen dadurch den wertvollen Verrottungseffekt in den unteren Schichten des Hochbeets bestens aus.

Befüllung eines Hochbeetes Befüllung eines Hochbeetes

Generell gilt, dass nach oben hin das Füllgut des Hochbeets immer feiner werden sollte. Die Höhe der einzelnen Schichten richtet sich dabei immer nach der Gesamthöhe. Für ein reines Blumenbeet genügt es auch schon, eine Schicht aus grobem Baum- und Strauchschnitt anzulegen und darüber Küchen- und Gartenabfälle und Gartenerde zu schichten. Soll allerdings Gemüse im Hochbeet wachsen, werden mehr Schichten benötigt. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten der Zusammenstellung, auch was die Höhe der einzelnen Schichten betrifft. Die einzelnen Schichten sollten Sie auf jeden Fall verdichten und wässern . Nach einem Jahr fällt der Inhalt bis zu 20 Zentimeter zusammen, dass Sie nach und nach mit Erde wieder auffüllen sollten.

Für einen maximalen Erfolg sollten Sie die Befüllung für das Hochbeet nach folgenden fünf Schritten durchführen:

  • Sollten Sie das Hochbeet gekauft haben, muss auf dem Mutterboden noch ein feinmaschiges Gitter ausgelegt werden, damit sich keine Mäuse im Beet hochwühlen können.
  • Nun kommt eine Drainageschicht aus rund 20 Zentimeter Wurzelwerk, Baumschnitt oder grobes Häckselgut. Zudem erhält der Boden eine gute Belüftung.
  • Jetzt kommt eine dicke Schicht aus Laub hinein. Rund 30 Zentimeter sollte die Schicht betragen. Idealerweise sind die Blätter bereits feucht.
  • Die nächsten 15 Zentimeter werden mit groben halbfertigen Kompost aufgefüllt .
  • Bei der letzten und obersten Schicht wird das Hochbeet mit Blumen- oder Pflanzerde bis zum Abschluss angefüllt.
    Ihr Hochbeet sollte nun zwischen 70 und 80 Zentimetern hoch sein.
Experten Tipp
Auf eine Befüllung mit Stroh sollten Sie verzichten, da dieses zu schnell verrottet. Die Füllung sinkt ein und nach kurzer Zeit müssen Sie die Füllung im Hochbeet austauschen. Organisches Material, wie Äpfel, sollten nicht unter 30 Zentimeter eingefüllt werden. Durch die Fäulnis bilden sich schädliche Gase. Bitte beachten Sie, dass Sie nach 3 bis 5 Jahren das Hochbeet neu aufsetzen sollten, da der Verrottungsvorgang abgeschlossen ist. Die alte Erde ergibt einen guten Humus und kann im Gemüsegarten oder Staudenbeet verwendet werden.

Wie bepflanze ich mein Hochbeet richtig?

Wie bepflanze ich mein Hochbeet richtig? Wie bepflanze ich mein Hochbeet richtig?

Grundsätzlich gedeihen die meisten Gemüsearten gut, was das Hochbeet zum idealen Gemüsebeet macht. Verzichten Sie lieber auf raumgreifende Arten wie Kürbis, Rhabarber oder Zucchini. In den ersten zwei Jahren ist die Erde im Hochbeet sehr nährstoffreich, weswegen Sie bei der Pflanzenwahl auf Starkzehrer setzten sollten. Das sind Blumen oder Gemüse, die viele Nährstoffe benötigen, wie beispielsweise Tomaten, Gurken, Kohl, und Kartoffeln.

Danach können Sie dann auch Schwachzehrer pflanzen. Darunter fallen Salate, Spinat, Bohnen, Erbsen, Radieschen und diverse Kräuter. Natürlich können Sie auch alle Arten von Stauden in ein Hochbeet pflanzen. Diese sollten aber nicht allzu groß werden, damit das Beet noch eine ansehnliche Gesamthöhe hat.

Sollten Sie Beerensträucher favorisieren, fällt Ihnen die Ernte im Hochbeet sicherlich leichter. Zudem liegen die Beeren nicht auf dem Boden auf und werden weniger schnell matschig. Sie können selbstverständlich auch dichter als bei Flachbeeten bepflanzen. Denn auch entlang der Seitenwände ist noch Platz für dekorative Rankpflanzen. Die Kapuzinerkresse zum Beispiel bringt Farbe ins Hochbeet und lässt ihre Ranken an den Wänden herunterhängen.

Eine Mischkultur aus Gemüse und Blumen wie in einem herkömmlichen Gartenbau sorgt zudem für gesunde Pflanzen und dies wiederum für eine reiche Ernte. Gerade bei selbst angebautem Gemüse sollten Sie auf biologischen Pflanzenschutz setzen. Bestimme Pflanzkombinationen schrecken Tiere ab. Ebenso wird die Gefahr von Krankheiten reduziert.

Bepflanzung eines Hochbeetes Bepflanzung eines Hochbeetes

Welche Pflanzen Sie zusammen im Hochbeet anbauen sollten

  • Kerbel vertreibt Ameise, Schnecke, Laus und Mehltau
  • Spinat neben Kopfsalat gepflanzt schützt vor Erdflöhen
  • Kohlarten mit Sellerie und Tomaten dazwischengepflanzt bieten eine gute Abwehr gegen den Kohlweißling
  • Buschbohne an Radieschen
  • Kopfsalat an Porree, Lauch, Erbse, Tomate, Zwiebel, Möhre
  • Petersilie neben Erdbeere gepflanzt hilft gegen Schnecken
  • Basilikum an Gurke oder Zucchini bieten Schutz vor Mehltau
  • Kartoffeln neben Tomaten verbessern das Aroma

Das sollten Sie vermeiden

  • Salat neben Petersilie oder Sellerie
  • Kohlarten nie nebeneinander oder zu Kartoffelpflanzen oder Zwiebel anbauen
  • Radieschen an Zwiebel

Keine Lust oder Zeit, ein Hochbeet selber zu bauen? In unserem Shop finden Sie fertig montierte Hochbeete, bei den Sie direkt mit dem Befüllen und Bepflanzen loslegen können!


Eva Haltmayr
verfasst von Eva Haltmayr

Kommentare (0)