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Materialkunde
Welche Eigenschaften hat das Material?

Keramik Tischplatte

Kerstin Siebentritt
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17.03.2019
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4 Min Lesezeit
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Kerstin Siebentritt
17.03.2019
|
4 Min Lesezeit

Ein echter Klassiker unter den Tischplattenmaterialien ist Keramik. Es zählt zu den stabilsten Werkstoffen auf dem Gartentisch-Markt. Was das Material so beliebt macht und weshalb auch Sie sich für einen Gartentisch mit Keramik-Tischplatte entscheiden sollten, lesen Sie in diesem Artikel.

Keramik Tischplatte

Woher kommt Keramik?

Schon seit vielen Jahrtausenden prägt Keramik unser Leben. Nicht nur Geschirr ist daraus gefertigt, sondern auch Dachziegel, viele Arbeitsplatten in Küchen oder Teile von Sanitäranlagen bestehen daraus. Und selbst in Industrie und Medizin findet Keramik Anwendung, etwa als wichtiger Bestandteil von Prothesen oder beim Bau von Zündkerzen. Das langlebige Allrounder-Material ist aus der heutigen Zeit kaum noch wegzudenken, so selbstverständlich ist es inzwischen geworden.

Keramik besteht aus Tonmineralen, Kaolin und Feldspate. Alle diese Stoffe findet man in der Erde. Daher leitet sich auch der Begriff Keramik ab. Er geht auf das Altgriechische „keramos“ – zu deutsch: „gebrannte Erde“ zurück. Denn durch das Brennen bei Temperaturen von bis zu 1400 °C werden die einzelnen Bestandteile miteinander verschmolzen und machen Keramik zu dem, was es ist: Ein stabiles, langlebiges Material.

Bereits zu den Zeiten der Römer war Keramik (dort als terra cotta, „gebrannte Erde“, bekannt) weit verbreitet. Ein Werkstoff also, der uns Menschen schon seit langer Zeit begeistert und immer wieder von sich überzeugt.

Keramik ist inzwischen sogar so hoch entwickelt, dass es das Material in einer Vielzahl an unterschiedlichsten Dekoren gibt, darunter sogar in Holzoptik.

Keramik in Holzoptik Keramik in Holzoptik

Materialeigenschaften von Keramik

Wie Sie aufgrund der langen Verwendungsgeschichte des Werkstoffs wahrscheinlich schon richtig vermuten, hat Keramik eine Vielzahl von Vorteilen. Diese, aber auch die wenigen Nachteile des Materials, möchten wir Ihnen im Folgenden kurz zusammengefasst erklären.

Vorteile

  • Zunächst einmal gilt Keramik als ausgesprochen stabil. Grund hierfür ist seine hohe Dichte. Diese Eigenschaft hat auch zur Folge, dass die Oberfläche des Werkstoffs glatt ist und so keine Schimmel- oder Bakterienbildung ermöglicht. Das macht Keramik zu einer hygienischen Oberfläche, die sich durch ihre einzigartige Haptik schnell und einfach reinigen lässt.
  • Durch den Brennvorgang, durch den Keramik erst entsteht, ist das Material sehr hitzebeständig und hält neben Frost auch starker Sonneneinstrahlung stand. Ein Kriterium, das vor allem für Gartentische aus Keramik spricht.
  • Die resistente Keramik gilt darüber hinaus als stoß-, schlag- und kratzunempfindlich. Sollten Sie oder Ihre Kinder etwas auf der Keramik-Tischplatte verschütten, so ist das noch lange kein Beinbruch. Denn Keramik ist unempfindlich gegenüber Säuren, wie sie etwa in Salatdressing, Marinaden und vielen Getränken enthalten sind. Es brennen sich also keine Flecken in das Material.
  • Obwohl Keramik bereits sehr stabil ist, wird es häufig durch eine eingebettete Schicht Glasfaser zusätzlich verstärkt. Das verhindert das Brechen der Platte und ermöglicht so auch die Fertigung großer Tischplatten.
Keramik Keramik

Nachteile

  • Der wohl größte Nachteil von Keramik ist der Kostenfaktor. Keramik gilt als ausgesprochen teuer. Besonders große Tischplatten kosten daher meist mehrere hundert Euro. Viele Hersteller bieten auch Tisch-Modelle mit zwei bis drei kleineren Platten an, welche dann meist deutlich günstiger sind. Hier sollten Sie jedoch bedenken, dass die Übergänge der einzelnen Platten zueinander oft nicht mehr so gut zu reinigen sind. Kleinere Krümel können sich hier festsetzen.
  • Da Keramik sehr stabil ist, ist die Platte meist auch schwer. Das Verschieben oder Umstellen des Tisches auf der Terrasse ist dadurch nur bedingt zu empfehlen.
  • Durch die hohe Dichte nimmt Keramik kaum Wasser auf. Was eigentlich ein Vorteil ist, kann in dem Fall eines Gartentischs aber schnell zum Nachteil werden. Denn bei Regen sammelt sich so Wasser auf der Oberfläche und kann bei Gefrieren die Platte beschädigen.Sie sollten Ihren Keramiktisch daher unbedingt immer mit einer Schutzhülle abdecken und während der Wintermonate wenn möglich drinnen einlagern. Hierfür eignen sich zum Beispiel der Keller oder die Garage.

Pflege und Reinigung

Charakteristisch für Keramik ist, dass es sehr pflegeleicht ist. Reinigen lässt es sich daher meist bereits mit einem feuchten Tuch und einem milden Reiniger. Achten Sie darauf, keine Scheuermilch oder Produkte mit Scheuereffekt zu verwenden, da Sie sonst die Oberfläche der Tischplatte beschädigen. Ist Ihr Wasser sehr kalkhaltig, können Sie etwas Essig oder Zitronensaft ins Putzwasser geben. So erstrahlt Keramik schnell im neuen Glanz.

Zitronensaft zur Reinigung Zitronensaft zur Reinigung

Stärkere Verschmutzungen können Sie vorab einweichen. Da Keramik die Feuchtigkeit nicht aufnimmt, entstehen keine Flecken. Sie können also nach angemessener Zeit einfach mit einem Schwamm über den Gartentisch wischen und den aufgelösten Schmutz entfernen.

Wir hoffen, dass Sie nun alle Eigenschaften einer Keramik-Tischplatte kennen. Sollte Keramik noch nicht das optimale Material für Sie und Ihren Garten sein, empfehlen wir unseren Magazinartikel „Welche Tischplatte unempfindlich und welche anspruchsvoll ist“. Dort finden Sie einen Überblick aller gängigen Materialien sowie deren Vor- und Nachteile.

Was halten Sie von Keramik? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.


Kerstin Siebentritt
verfasst von Kerstin Siebentritt

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